Höhepunkte der vergangenen Woche — Teil 1

In den letzten Jahren bin ich immer mehr zu der Überzeugung gekommen, dass es wesentlich befriedigender ist, sich die Höhepunkte und angenehmen Seiten des Lebens vor Augen zu halten anstatt sich permanent an den Dingen zu stören (und sich in Gegenwart anderer darüber aufzuregen), die einen ärgern (und die man vermutlich ohnehin nicht ändern kann). Daher habe ich mir diese neue Rubrik überlegt, in der ich immer wieder mal über angenehme Höhepunkte schreiben will. Es wird vermutlich keine regelmäßige Angelegenheit werden. Nicht, weil es bei mir nicht viele erfreuliche Erlebnisse gäbe — eher, weil es schwierig ist, mit solcher Klarheit wie in dieser Woche die Höhepunkte eindeutig identifizieren zu können.

Woche vom 6. bis zum 12. April 2015

Dann werde ich doch gleich einmal konkret: Die letzte Woche war ein außerordentlich turbulenter Zeitabschnitt: Schulferien (da könnte man ja eigentlich noch von einer entspannten Zeit ausgehen, aber der Konjunktiv ist schon bewusst gewählt…), Kinder ohne Hortbetreuung (und schon wissen erfahrene Eltern, wie sich das mit dem ersten Punkt der Auflistung verträgt), Vorbereitung auf ein großes Familienfest (insgesamt 20 Gäste im Haus, es hätten sogar noch ein paar mehr sein können), das riesige Familienfest an sich und (natürlich) alles, was damit (direkt oder indirekt) zusammenhing.

Erstkommunion

Ich fange gleich einmal mit dem Schluss an, denn daraus gingen die besonders positiven Erlebnisse dieser Woche vor allem hervor. Unser Sohn ist gerade in der dritten Klasse und hatte in den Osterferien seine Erstkommunion. Die Vorbereitungen in der Kommunionsgruppe liefen seit Beginn des Schuljahres, nun gipfelte der Marathon der Veranstaltungen in einer ganzen Reihe von Gottesdiensten. Und der arme Kerl war — man verzeihe mir das plumpe Wortspiel — höllisch aufgeregt, das hätte ich mir in dieser Dramatik vorher gar nicht vorstellen können: Drei Tage vor den Terminen ging es los, dass er quasi nichts mehr essen konnte, sich immer wieder lange in sein Zimmer zurückzog und von dort auch nur ungern wieder in Erscheinung trat. Als dann endlich alles vorbei war, fiel die Spannung von ihm ab — eine wahre Erleichterung für uns alle!

Musikalische Umrahmung

Als studierte Musiker wurden meine Frau und ich natürlich schon im Vorfeld verpflichtet, einen Teil der musikalischen Umrahmung der beiden großen Festgottesdienste zu übernehmen. Alles kein Problem, vor allem da es in der Kirche eine sehr gute Organistin gibt, die sich um die „normalen“ Kirchenlieder kümmert. So konnte sich meine Frau auf den Elternchor (Einstudieren der Stücke, Begleiten etc.) konzentrieren, während ich ein paar Solo-Stücke an der Trompete mit Orgelbegleitung zum Besten gab. Und ohne uns an dieser Stelle über den Klee loben zu wollen, muss ich doch sagen, dass es wirklich gut geklappt hat. Aber — und das machte die Woche eben auch so turbulent, wie sie nun einmal war — alle diese musikalischen Aktivitäten müssen ja geprobt werden. Und so bereicherten gleich einmal zwei Proben als zusätzliche Termine unseren Kalender.

Lob vom geschätzten Profi

Am schönsten für mich persönlich war aber bei allem Lob, das von vielen unterschiedlichen Personen an uns herangetragen wurde, das Lob meines alten Schulfreundes Klaus, dem Paten unseres Sohns. Er kennt mich seit fast 30 Jahren, wir haben zumindest teilweise die gleiche Schulbank gedrückt, bei Jugend musiziert duettiert, zusammen das Abitur abgelegt, gleichzeitig Musik studiert und gemeinsam das Referendariat am Riemenschneider-Gymnasium in Würzburg absolviert. Nun lebt und arbeitet er zwar in Bayern, während ich bereits seit zehn Jahren in Baden-Württemberg untergekommen bin, unserer Freundschaft hat dies keinen Abbruch getan. Ganz im Gegenteil, von allen Schul- und Studienfreunden sehe ich ihn mit Abstand am häufigsten. Was mir aber so das Herz erwärmte, war sein überschwängliches Lob nach dem Gottesdienst. Er ist ein echter Vollprofi, der selbst etliche Aufführungen im Jahr als Sänger, Pianist, Organist, Chorleiter (und in vielen anderen Kombinationen) absolviert. Wenn er ein solches Lob anbringt, wiegt das aus meiner Sicht hundertfach schwerer als das — sicherlich genauso herzliche — Lob eines Laien. Es war auf jeden Fall ein außerordentlich erhebender Moment in dieser Woche.

E-Gitarre

Mein Sohn spielt seit ca. zwei Jahren Gitarre. Da ich selbst auch weiß, wo an dem Instrument vorne und hinten zu finden sind, kann ich sogar voller Stolz behaupten, dass er sich wirklich nicht schlecht anstellt. Als Geschenk zur Erstkommunion taten wir uns in der Verwandt- und Bekanntschaft zusammen und kauften ein schönes Set bestehend aus einer E-Gitarre, einem Verstärker, mehreren Bodeneffektgeräten, allem notwendigen Zubehör (Kabel, Gigbag, Plektren, Ständer etc.) und einer Schule (auf DVD).

Noch am Tag der Kommunion war ich aufgeregt, denn der Schuss hätte gewaltig nach hinten losgehen können. Aber zum Glück sprang unser Filius voll auf das Geschenk an. Während die Festgesellschaft zum Abendessen schritt, seilte er sich still und heimlich in sein Zimmer ab. Dort versuchte er, die Gitarre mit den Effektgeräten und dem Verstärker zu koppeln (was noch nicht ganz gelang, mittlerweile kann er es aber). Und dann legte er los: Innerhalb weniger Minuten hatte er sich selbst das Riff von „Smoke On The Water“ beigebracht — von uns kannte er den Song nicht, wir haben ihn nicht einmal… Sehr cool!

Unser Filius rockt das Haus

Unser Filius rockt das Haus

Spielfreude und Experimentierlust

Seine Spielfreude und Experimentierlust waren geweckt, im weiteren Verlauf des Abends durften (=mussten) alle Gäste zu einer privaten Demonstration in sein Zimmer kommen, wo sie entsprechend fachkundig beschallt wurden. Begeisterung brach in mir aus, als er binnen weniger Stunden schon anfing, die Saiten zu ziehen („Bending“) und die Effekte getrennt voneinander auszuprobieren — alle Möglichkeiten wurden erprobt. Himmlisch!

Die Unermüdliche

Den größten Respekt muss ich in dieser Woche jedoch — wie so oft – meiner Frau zollen, denn sie stemmte die gesamte Vororganisation der Familienfeier. Das war eine wahre — nochmals das plumpe Wortspiel — Höllenaufgabe. Und nebenher lief ja das gesamte Alltagsgeschäft mit drei Kindern, Wäsche, Saugen und Putzen, Sport und Üben etc. einfach weiter. Sie leistete Übermenschliches. Hut ab!

Fazit

Eine prall mit Terminen gefüllte Woche geht in ein paar Stunden zu Ende. Angesichts der damit einhergehenden Erschöpfung bin ich ganz dankbar, andererseits beginnt morgen wieder der ganz normale „Alltagswahnsinn“. Mal sehen, was sich als erholsamer erweist…

 

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4 Gedanken zu „Höhepunkte der vergangenen Woche — Teil 1

  1. PRBC sagt:

    Wir haben dich schon vermisst 😳😁😜 das war ja wirklich eine ereignisreiche Woche für euch. Noch gute Erholung heute Abend LG von uns

    • solera1847 sagt:

      Ich habe auch schon an zwei neuen Einträgen gearbeitet, kam aber noch nicht zur Fertigstellung… Dafür habe ich beim Seilspringen »Noah« von Sebastian Fitzek gehört, das du rezensiert hattest. Coole Story, wenngleich der Schluss etwas überstürzt wirkt. Hat aber Spaß gemacht, danke für den Tipp!

  2. Cristoforo sagt:

    freut mich zu hören, dass du es „gehört“ hast. die story fand ich eigentlich cool, nur das wiederholte durchkauen der thematik über den Sinn des Menschen auf der Erde nervte mich zeitweilig.

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