Motivation

Seit ca. zwei Jahren betreibe ich regelmäßig Seilspringen als Sport. Aus den anfänglichen 5-10 Minuten wurden irgendwann 20, dann 40, vor einem halben Jahr sprang ich üblicherweise immer 60 Minuten, aktuell bin ich bei 70 Minuten täglich. Das ist unter der Woche. Am Wochenende kann ich, falls keine gesonderten Termine anstehen, auch noch etwas mehr springen. Heute war so ein Tag (92 Minuten).

Was motiviert mich, jeden Morgen unter der Woche um 4:55 h aufzustehen, in einen dauergelüfteten, im Winter also erfrischend kühlen, Keller (man könnte auch davon sprechen, dass mir im Januar/Februar gefühlt die wichtigen Extremitäten abfrieren) zu gehen und dort mindestens eine Stunde seilzuspringen? Zwei Dinge sind zu nennen:

  • Hörbücher: Als ich bei den 40 Minuten pro Tag ankam, genügte mir das einfache Musikhören nicht mehr, denn irgendwann kennt man die sporttaugliche Musik in- und auswendig. Da ich ohnehin ein großes Interesse an Literatur habe, erschienen mir spannende Hörbücher als eine gute Alternative. Und dabei bin ich bis heute geblieben. Ein Hörbuch mit 20 Stunden habe ich bei meinem aktuellen Springpensum in ca. zwei Wochen durchgehört — und das schon, wenn ich wirklich nur beim Springen höre. Wenn ich dagegen im Verlauf des Tages noch ein- oder zweimal weiterhöre, pflüge ich mich förmlich durch die Geschichten. Das macht Spaß und lenkt vom (zugegebenermaßen etwas eintönigen) Springen ab.
  • Nike FuelBand: Seit ebenfalls ca. zwei Jahren habe ich ein Nike FuelBand, zuerst hatte ich eines der ersten Generation, seit letztem Sommer eines der zweiten. Und ich bin sehr zufrieden damit (dazu gibt es bereits einen anderen Blogeintrag). Für Unkundige: Ein FuelBand misst das Ausmaß und die Intensität der Bewegung, rechnet sie in einen fiktiven Wert, das sog. „Nike Fuel“ (es dürfte grob den KJ entsprechen), um. Wichtig ist nicht nur die Anzeige des bereits erreichten Fuelstands, bedeutsam wurde das ganze System für mich durch das vorher festgelegte Tagesziel (Nike empfiehlt zwischen 2.000 und 4.000 Fuelpunkte pro Tag, ich habe meines auf 3.600 festgelegt, erreiche aber häufig die 5.000, gelegentlich um die 6.000). Dieses Tagesziel kann man immer erst für den kommenden Tag anpassen. Wenn man also das Tagesziel noch nicht erreicht hat, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Noch mal ran und das Tagessoll erfüllen, oder die Erfolgsserie abbrechen und einen Tag mit nicht erfülltem Tagessoll hinnehmen. Letztere Option zählt für mich nicht. Ich bin mittlerweile bei 348 Tagen in Folge (ja, ich öffne gleich das Fenster, um den Gestank des Eigenlobs verpuffen zu lassen — aber, hey, ich hab mir das wirklich hart erarbeitet), das entspricht genau der Dauer, die ich mein FuelBand der zweiten Generation in Betrieb genommen habe.
  • Sessions: Obwohl ich von zwei Gründen gesprochen habe, sind es eigentlich drei, nur hängen die letzten beiden eng miteinander zusammen. Das FuelBand der zweiten Generation bietet die Option, sog. Sessions abzuhalten. Beim Start einer sportlichen Aktivität hält man am FuelBand kurz die Taste gedrückt, bis „Start“ eingeblendet wird. Dies bestätigt man, dann absolviert man das Sportprogramm, am Ende verfährt man wie am Anfang, nur wird jetzt „End“ eingeblendet. In Abhängigkeit von der Tagesform fallen die Seilspring-Sessions recht unterschiedlich aus: So sprang ich am 11. März 66 Minuten und erreichte dabei 2.808 Fuelpunkte, am 12. März war ich offensichtlich schlapper, denn da sprang ich zwar fünf Minuten länger (71 Minuten), erreichte aber nur 2.698 Fuelpunkte. Heute konnte ich fast mein gesamtes Tagessoll (3.600) in der 92-Minuten-Session mit insgesamt 3.553 Fuelpunkten erreichen. Es mag manchen Leuten höchst albern vorkommen, sich an diesen Zahlen irgendwie festzuhalten, dennoch motivieren sie mich — und das schon seit ein paar Jahren (seit 2008 hatte ich schon mit Nike+iPod superbe Erfahrungen beim Langstreckenlauf gemacht). Noch dazu ist der Vorteil des immer gleichbleibenden Systems, dass ich tatsächlich eine Vergleichsbasis für meine eigenen Leistungen habe. Denn — und das ist die häufigste Kritik an allen Amateur-Fitnesstrackern — auch wenn die Daten nicht absolut zuverlässig und perfekt sind, sie bieten eine Vergleichsmöglichkeit. Und die nutze ich.

So, genug Eigenlob für einen Tag, die Dusche wartet. Eigentlich wollte ich nach den 92 Minuten nur auf dem Klo sitzend meine Emails auf dem iPad nachsehen, daraus wurde dieser Artikel. Egal, meine Schenkel werden schon nicht gleich abfallen!

 

Advertisements
Getaggt mit , , , , , ,

7 Gedanken zu „Motivation

  1. PRBC sagt:

    Beeindruckend! 😳

    • solera1847 sagt:

      Hehe, ein langer Weg von damals (ca. 90 kg) zum heutigen Zustand (ca. 63 kg). Aber sehr lohnend!

      • PRBC sagt:

        Super 👍 gratuliere, das ist nicht immer einfach.

      • solera1847 sagt:

        Nein, aber wenn der Anfang gemacht ist (also das Aufbrechen der alten Gewohnheiten), wird es zunehmend leichter. Passt ganz gut zu eurem Filmtipp. 😀

      • PRBC sagt:

        Das stimmt. Hab mal Weightwatchers gemacht. Das war ziemlich erfolgreich, wenn man mal drin war. Jetzt mach ich Krafttraining jeden 2. Tag. Das war am Anfang mühsam, aber jetzt geht’s 😜

      • solera1847 sagt:

        Yeah! Bei mir ging es mit Pilates, Yoga und Joggen los. Die Ernährung bekam ich über CaloryGuard in den Griff. Innerhalb von ca. 10 Monaten war alles geschafft. Das halte ich seit 2011. Uff! 😅

  2. emika2015 sagt:

    Richtig gut! Ich finde die 10 min schon manchmal echt zäh wie Kaugummi, aber ich denke Seilspringen ist mal was richtig effektives! Toller Tip mit dem Hörbuch- werde das mal als Ansporn für den Ausdauersport ausprobieren 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: