Fokus statt Vielfalt

Ulysses im Dock meines iPads

Ulysses im Dock meines iPads

Heute kam (endlich) die neue Ulysses-App für das iPad heraus. Die Mac-Variante habe ich schon acht bis neun Jahre. Hunderte von Texten für Schule, Blog oder andere Anlässe sind darin entstanden. In den vergangenen Monaten lief die Beta-Testphase der iPad-App, denn bislang gab es dieses wundervolle Stück Software nur auf dem Mac. Immerhin stellten die Entwickler mit Daedalus Touch ein nicht zu verachtendes Schreibwerkzeug zur Verfügung, das aber halt nie ganz mit Ulysses mithalten konnte. Doch die Zeit des Darbens ist vorbei. Seit heute.

Im Vorfeld folgte ich bei Twitter aufmerksam den Kommentaren, ich testete selbst ausgiebig die Funktionalität der App (und war begeistert, wie weit diese bereits im Beta-Stadium gediehen war). Die kleinen Ungereimtheiten wurden nach einer Email an den Support immer zügig getilgt, Abstürze der App habe ich keinen einzigen erlebt, Datenverlust sowieso nicht. Schick, schick, schick.

Ein Kommentar bei Twitter blieb mir im Kopf hängen, auch wenn er leider schon zu lange zurückliegt, als dass ich ihn jetzt schnell noch heraussuchen könnte (und ich habe tatsächlich ein paar Minuten gesucht, doch das liegt mindestens zwei Wochen zurück, keine Chance, diesen einen Tweet, dessen Wortlaut ich nicht mehr genau genug kenne, aufzufinden). Der Twitterer regte sich darüber auf, dass Ulysses für den Preis weniger Funktionen als eine der Konkurrenz-Apps habe (gemeint war sicherlich „zu wenig Funktionen im Vergleich…“).

Ganz ehrlich: Wenn kümmert denn die Länge der Liste an Features? Wer ausschließlich nach dem Motto „Mehr Features sind besser als wenige“ verfährt, der ignoriert einen ganz wichtigen Aspekt von Ulysses: Die Liebe zum Detail. Selten erlebt man Software, deren sämtliche Aspekte derart durchdacht und mit Hingabe gestaltet wurden. Kein Feature ist lieblos drangeklatscht worden, nur um die Liste zu verlängern. Auf einer der Apple-Keynotes der vergangenen Jahre wurde ganz demonstrativ in einem Video zur neuen iOS-Version (ich glaube, es ging um iOS 7) verkündet, dass es die hohe Kunst im erfolgreichen Design neuer Produkte sei, 1.000 Mal „Nein“ zu sagen und nur einmal „Ja“. So empfinde ich es bei Ulysses. Natürlich hätte man noch unzählige weitere Optionen und Fähigkeiten implementieren können –– doch wozu? Die App ist perfekt auf die Tätigkeit des Schreibens ausgerichtet, der Fokus auf den entstehenden Text steht immer im Zentrum. Jede neue Funktion, jede weitere Verschnörkelung, jedes noch so kleine bisschen Ballast würde sofort von der Hauptsache ablenken.

Wenn ein solches Produkt dann auf dem Markt erscheint, nachdem eine kleine Schar unabhängiger Programmierer in Leipzig und Hamburg weit mehr als ein Jahr an Arbeit investiert haben, ist ein Preis von 19,99 € meiner Meinung nach durchaus angemessen. Ich habe mir die App nach ca. drei Monaten Testphase heute gleich im App-Store gekauft. Und ich bereue es nicht. Diese Zeilen sind darin entstanden. Etliche weitere werden folgen.

Ein großer Dank an die Soulmen, Max und Markus, ohne die es Ulysses in der aktuellen Form nicht gäbe. Ein ebenso großer Dank an das ganze Team (z.B. Götz), die dabei geholfen haben. Ulysses sitzt seit dem Herunterladen in meinem iPad-Dock (und dorthin schafft man es nicht so leicht…).

 

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