Archiv für den Monat März 2015

Tipp: Private Readers Book Club

Meinen Blog gibt es schon ein paar Jahre, ich habe in der Zeit nur eine kleine Schar Interessierter versammeln können, die ihn abonniert haben. Das ist nicht schlimm, denn mir ist bewusst, dass vieles, was ich hier so von mir gebe, kaum von größerem Interesse für andere Leute sein wird. Das stört mich nicht. Bis vor kurzer Zeit kamen Kommentare auch nur äußerst spärlich, eher in geradezu verschwindend geringer Menge.

Das hat sich ganz deutlich geändert, als sich der PRBC der kleinen Schar Auserwählter hinzufügte. PRBC ist das Akronym für „Private Readers Book Club“, zu finden sind sie im Internet unter der Adresse privatereadersbookclub.com. Dabei handelt es sich um zwei Leseratten aus der Schweiz, Virginia und Christoforo, die ihre Nasen — zumindest vermute ich es so — kaum aus den Büchern herausbekommen. Und wenn sie es doch einmal für einen Moment schaffen, dann bloggen sie sogleich über das Gelesene.

Für an Literatur interessierte Menschen wie mich ist dieser Blog eine wahre Fundgrube, mehrere der dort gelesenen Rezensionen führten schon dazu, dass ich die besprochenen Bücher meiner Lese-Liste hinzufügte. Hervorzuheben ist in diesem Kontext auch die stilistische Breite, denn die rezensierten Bücher entstammen unterschiedlichsten Kulturkreisen und Themengebieten –– alles, was die beiden anspricht, landet über kurz oder lang in diesem Blog.

Noch schöner aber ist, dass sie eine sehr direkte und zeitnahe Kommunikation über die Kommentarfunktion ihres Blogs pflegen. Und ganz offensichtlich wird der Blog von einigen Leuten gelesen. Ich kann das gut nachvollziehen, denn man spürt die Lust am Lesen, am Umgang mit Büchern und der Vertiefung in die in den Büchern geschaffenen Parallelwelten durch und durch.

Um den Kreis mit der Einleitung schließen zu können: Vor allem Christoforo ist selbst auch durchaus aktiv beim Kommentieren anderer Blogs. Die meisten Kommentare der letzten Wochen gehen auf sein Konto. Gerade weil ich in den letzten Jahren so wenig Feedback auf meinen Blog bekam, freut mich diese Art der schnellen und unkomplizierten Rückmeldung sehr.

Fazit: Wer sich ebenfalls für diese Themen interessiert und geneigt ist, auch mal hier und da einen Kommentar zu schreiben, dem sei der PRBC hiermit ganz eindeutig ans Herz gelegt. Tolle Leute, toller Blog –– bitte mehr davon!

 

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Sauna-Freuden

Meine Frau und ich gehen in allen Schulferien (mindestens) einmal in die Sauna. Diesen kleinen Luxus gönnen wir uns, da wir in den ersten Jahren mit Kindern auf sehr viele Dinge verzichtet haben. Nun, da die Kinder etwas älter sind und auch mal eine Weile ohne uns klarkommen bzw. im Hort/Kindergarten „verräumt“ sind, ist das ein wiederkehrender Termin in allen Schulferien, den wir meist schon Wochen vorher in unseren Kalender eintragen.

Noch vor ein paar Jahren hätte mich der Gedanke, meinen Körper unverhüllt in einer Sauna zu zeigen, noch mit einigem Schrecken erfüllt. (Wer meine Blog-Einträge der vergangenen Wochen gelesen hat, dürfte auch wissen, warum.) Als wir vor ca. einem dreiviertel Jahr erstmalig in die Sauna gingen, war ich immer noch etwas gehemmt. Doch kaum lag die Badehose in der Ablage, war auch die letzte Hemmschwelle gefallen — schließlich laufen alle da nackt herum. Seitdem kann ich die Sauna auch wirklich genießen.

In Aalen gibt es die Limes-Thermen, die neben dem eigentlichen Schwimmbad und mehreren kleineren Saunen auch die prachtvolle Panorama-Sauna bieten. Von dort aus hat man einen Blick auf weite Teile der Stadt, was — ganz ehrlich — in einigen Fällen wesentlich attraktiver ist als der Anblick innerhalb der Sauna (und damit meine ich nicht meine Frau, denn die könnte ich selbst nach mehr als sechzehn Jahren Partnerschaft immer noch genussvoll den ganzen Tag betrachten, schließlich wird sie von Tag zu Tag hübscher!).

Heute kamen wir zu einem Zeitpunkt an, als der letzte Aufguss gerade ein paar Minuten zurücklag. Die hohe Luftfeuchtigkeit war aber noch immer im Raum, und die Temperatur war gefühlt deutlich höher als gewöhnlich. Normalerweise brauche ich ca. fünf Minuten, bis ich so richtig ins Schwitzen komme, heute betrat ich die Sauna und fühlte mich sofort klatschnass. Das war ein kräftiger Start in den Sauna-Tag.

Der angenehmste Teil kam nach dem zweiten Saunagang, denn als wir uns auf die Ruheliegen zurückzogen, frönte ich kurz einem Buch (in diesem Fall „I Am Spock“ des kürzlich traurigerweise verstorbenen Leonard Nimoy), merkte aber ziemlich bald eine angenehme Mattigkeit über mich hereinbrechen, legte das Buch weg — und schlief binnen weniger Momente ein. Ich war so weit weg, dass ich mindestens 20, eher 30 Minuten lang wie ausgeschaltet auf dieser Liege döste. Das tat so gut.

Der dritte Saunagang war etwas verkürzt, denn meine Nase wollte nicht mehr mitspielen (Nasenbluten). Als wir dann ein paar Minuten auf den Ruheliegen verbracht hatten, siegte der Hunger, und wir zischten los zum Mittagessen (auch das gehört zu unserem Sauna-Ritual). Nach einem so entspannten Erlebnis freue ich mich schon auf die Pfingstferien, denn da geht’s wieder in die Sauna.

 

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Hörtipp: In 27 Pieces – The Hilary Hahn Encores

Cover des Albums

Hilary Hahn: »In 27 Pieces«

Vor ein paar Tagen gönnte ich mir relativ spontan ein Album bei iTunes: „In 27 Pieces – The Hilary Hahn Encores“, eine Sammlung von der Geigerin neu bei 27 verschiedenen (aber noch lebenden, sorry, der Wortwitz musste sein…) Komponisten in Auftrag gegebener „kleiner“ Stücke als Zugaben (eben „Encores“).

Ich bin kein Streicher, obwohl ich in der zweiten Hälfte meines Schulmusikstudiums satte vier Semester Unterricht an der Violine genoss. Doch war ich da schon Mitte Zwanzig, und da ist es einfach etwas zu spät für derlei feingliedrige Geschichten. Normalerweise höre ich nicht viel Streichermusik, es sei denn, es handelt sich um symphonische Musik, und da sind ja meist Bläser dabei.

Dennoch fiel mir Hilary Hahn schon einmal außerordentlich positiv auf, als sie vor einigen Jahren (da war sie gerade einmal 24 Jahre alt) den Solo-Violin-Part in der Filmmusik von „The Village“ übernahm. Man kann den Film mögen oder hassen, die Musik von James Newton-Howard ist meiner persönlichen Einschätzung nach auf jeden Fall eine der großartigsten Neukreationen der letzten Jahre: Eine sehr ausgewogene Mischung post-romantischer und minimalistischer Elemente, starker Melodien und wundervoller Klangfarbenkombinantionen, die aus der jugendlichen Spielweise der Solistin einen ganz eigenen Charme schöpfen — und auf diese Weise dem Film (mit einer Hauptdarstellerin im gleichen Alter) eine angenehme Tiefe verleihen.

Zurück zu den 27 Encores: Hilary Hahn sprach eine große Anzahl zeitgenössischer Komponisten an, ob sie bereit wären, kurze Stücke für Violine und Klavier zu schreiben. Ganz offensichtlich genießt sie auch in Komponistenkreisen einen hervorragenden Ruf, denn die Stücke kamen.

Und aufgrund dieser Entstehungsgeschichte darf es nicht verwundern, dass das Album eine sehr bunte Mischung unterschiedlichster Stile ist. Jeder Komponist wählte eine eigene Tonsprache, manche eher traditionell, andere geradezu avantgardistisch, häufig eine technische Brillanz höchsten Ausmaßes einfordernd, gelegentlich aber auch von einer geradezu überraschend einfach anmutenden lyrischen Spielweise geprägt.

Auf YouTube findet sich ein von der Deutschen Grammophon produzierter Trailer zum Album, in dem die Entstehungsgeschichte in größerem Detailreichtum als hier dargestellt wird. Sehr zu empfehlen, vor allem weil das Ansehen des Trailers noch mehr Lust auf das Genießen des Albums macht.

Ist man dann ohnehin schon im YouTube-Kanal von Hilary Hahn gelandet, entdeckt man gleich auch noch die Video-Chats, die die Geigerin mit den Komponisten führte, um sich über die Stücke auszutauschen. Viel näher an den Entstehungsprozess einer solchermaßen beeindruckenden Platte kommt man selten.

Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich schon ein paar persönliche Favoriten auf dem Album entdeckt:

  • Hilary’s Hoedown (Track 17): Von der nordamerikanischen Folklore und einigen Bluegrass-Elementen inspiriert gehört dieses Stück auf jeden Fall zu den beschwingten Stimmungsstücken, das am Ende eines Konzerts als „Rausschmeißer“ geeignet wäre.
  • Aalap and Tarana (Track 19): Von starken asiatischen Einflüssen geprägt könnte dies aus eine geeignete Alternative zur exzellenten Filmmusik von „Tiger and Dragon“ darstellen. Eindringlich gespielt, schöne Effekte im Klavier (manuelles Anzupfen der Saiten am Anfang), sehr gelungen!
  • Coming To (Track 15): Der Titel suggeriert schon, was musikalisch zu erwarten ist: Das zu Bewusstsein kommen, entweder nach einem Traum oder einer anderen Art von Bewusstlosigkeit. Nach einer leicht desorientierten Einstiegssequenz kann man gut nachvollziehen, wie sich Traum und Realität noch um die Vorherrschaft streiten. Eindrucksvoll!

Das ist nur eine erste Auswahl nach einem Hördurchgang, doch viele andere Stücke sind mindestens ebenso gut, nur eben auf einer anderen Ebene. Wer hier also auf den Geschmack gekommen ist, sollte sich dieses musikalische Kleinod gönnen.

 

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Filmmusik aus eigener Feder

So beginnt der Film

So beginnt der Film

Mein Schwager war im Herbst für ein paar Wochen teils beruflich, teils privat in den USA unterwegs. Dabei hat er mit seinem iPhone viele schöne Fotos und auch etliche kurze Filme (z.T. in Zeitraffer) aufgenommen, die er dann am Ende in einem ca. acht Minuten langen Film zusammengefasst hat. Ich habe ihm angeboten, eine eigene Filmmusik dazu zu basteln, damit er bei einer Veröffentlichung im Internet für Familie, Freunde, Bekannte und Mitreisende keine Copyright- oder sonstigen Urheberrechts-Probleme bekommen möge. Das Angebot nahm er dankend an.

Zeit – woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Irgendwann im Dezember erhielt ich den fertig geschnittenen Film und machte mich in den Weihnachtsferien auch gleich an die Arbeit. Doch ich merkte schnell: Wenn die Musik etwas taugen sollte, brauchte ich wesentlich mehr Zeit, als ich zuerst eingeplant hatte. Und heute, am 22. März 2015, ca. drei Monate später, bin ich endlich fertig geworden.

Mit dem „endlich“ will ich nicht zum Ausdruck bringen, dass ich gegen Ende keine Lust darauf gehabt hätte – wäre dem so gewesen, hätte ich das Angebot von Anfang an sicher nicht unterbreitet. Und tatsächlich hat mir die Arbeit an dieser musikalischen Untermalung unglaublich viel Spaß gemacht. Es fühlt sich gut an, sich selbst beim Schreiben und Aufnehmen neuer Musik herauszufordern.

Doch ich liebe es, Projekte zügig abzuschließen und nicht lange vor mir herzuschieben. Und genau das war hier schwierig, denn für jede fertige Minute Filmmusik benötigte ich mindestens eine Stunde Produktionszeit (am besten ununterbrochen und ungestört, denn jede Unterbrechung stört den Arbeitsfluss). Und der Film dauert nun einmal etwas mehr als acht Minuten.

Komplettansicht im laufenden Betrieb

Komplettansicht im laufenden Betrieb

Unter der Woche habe ich nie so viel freie Zeit am Stück, selbst am Wochenende ist es selten, und in den letzten Wochen, eigentlich durchgehend seit Ende der Weihnachtsferien, standen außerordentlich viele Sondertermine auf dem Plan, die jeweils einen oder zwei Tage des Wochenendes weitgehend oder komplett belegten. Dann muss ja auch noch der Unterricht für Montag vorbereitet sein… Kurzum: Es dauerte ewig, bis ich mal ein Stündchen hier und da erübrigen konnte.

Nicht mehr unterstützte Hardware

Ein weiteres Hindernis beim Arbeiten war tatsächlich mal die Aktualisierung des Mac OS auf die aktuelle Version 10.10, denn sie beendete die Unterstützung für meinen altgedienten JamLab USB E-Gitarren-Adapter (möglicherweise lag es auch an einer Aktualisierung der Audio-Software Logic Pro X) – genau kann ich es leider nicht sagen.

Das merkte ich natürlich erst nach 60 bis 90 Minuten Gefummel und Ausprobieren, denn das Gerät wird nicht etwa beim Anschließen einfach als „nicht unterstützt“ abgewiesen. Nein, es wird in der Geräteliste aufgeführt, man kann es auswählen, erhält aber lediglich Rückkopplungen und verzerrte Echos, die auf dem ersten laut angespielten Ton hängen bleiben. Somit konnte ich keine E-Gitarre einsetzen. Dumm das, denn eigentlich hätte so mein Plan ausgesehen…

Die Konsequenz war, dass ich alles, jede einzelne Note, via MIDI-Keyboard einspielen musste. So etwas geht zwar, führt aber immer zu einigen Kompromissen, die nicht zwingend hätten sein müssen, wenn ein funktionierender Gitarren-Adapter zur Hand gewesen wäre. So klingt ein Gitarrensolo, das an einer Klaviatur eingespielt wurde, nie wirklich authentisch. Um den eigentümlichen Klang etwas zu kaschieren, habe ich dann gleich einiges an Effekten (Distortion und Wah-Wah) draufgemischt.

Der Wah-Wah-Effekt im Einsatz

Der Wah-Wah-Effekt im Einsatz

Der Logic Pro X-Drummer

Ein großer Lichtblick war die superbe Drummer-Funktion von Logic Pro X, denn ohne sie wäre ich nie im Leben so schnell und so wohlklingend durchgekommen. Dabei kann man zwischen verschiedenen Drummer-Typen wählen, die dann jeweils einen eigenen Stil haben. Jede erzeugte Drummer-Region (standardmäßig werden acht Takte erstellt) lässt sich in der Länge anpassen, danach legt man die Parameter des Schlagzeug-Patterns fest. Der Rest wird von der Software erledigt. Wer sich am Ende das Ergebnis anhört, wird merken, wie ausgezeichnet das funktioniert.

Auswahlmöglichkeiten nach Festlegung des Drummers

Auswahlmöglichkeiten nach Festlegung des Drummers

Ein bisschen Einarbeitungszeit war schon nötig, um die Feinheiten herauszukitzeln, denn bislang habe ich die Funktion nur selten eingesetzt. Aber es hat so gut geklappt, dass ich gegen Ende des Stücks selbst für meinen anspruchsvollen Geschmack schöne Ergebnisse erzielt habe (der geneigte Hörer möge auf die letzten zwei bis drei Minuten achten).

Ein Break vor einem neuen Abschnitt

Ein Break vor einem neuen Abschnitt

Ein bisschen „echter“ Klang muss dann doch sein

Als das Stück schon fast ganz fertig war, bemerkte ich, dass trotz aller akzeptablen musikalischen Ideen der synthetische Klang ein wenig zu viel des Guten sei. Etwas „Echtes“ musste her. Und da ich ein (noch immer unterstütztes) USB-Mikrophon habe, schloss ich es kurzerhand an, zückte meine Trompete und ein paar Dämpfer und spielte heute Nachmittag ein paar Minuten an Solo-Parts ein, die ungefähr die letzten zwei Minuten des Soundtracks ausmachen.

Nun will ich mich nicht über den Klee loben, doch gerade der „echte“ Klang am Ende wirkt meiner Meinung nach recht versöhnlich, nachdem der Hörer die gesamte Zeit vorher nur künstliche Klänge zu hören bekam.

Lust bekommen?

So, wer nun Lust bekommen hat, das Stück einmal anzuhören, der sei auf meine SoundCloud-Seite verwiesen, denn dort habe ich den Track hinterlegt. Viel Spaß beim Anhören! Ich freue mich über Kommentare.

 

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Kreativität sorgt für doppeltes Wohlbefinden

Meine Frau betätigt sich gerade zunehmend kreativ. In den letzten Jahren hat sie aufgrund der Kinder und der Schule ihre instrumentalen und kompositorischen Fähigkeiten einfach nicht in dem Ausmaß ausüben können, wie sie Lust gehabt hätte. Nun sind die Kinder alt genug, um einfach auch mal eine Weile allein klarzukommen, da erwacht in ihr die Lust am Spielen und Gestalten.

Ich freue mich sehr darüber, denn wenn sie neue Stücke schreibt oder singt bzw. am Klavier, Cello, der Geige oder der Posaune übt (oder auch einfach nur spielt, wie es ihr gerade taugt), strahlt sie von innen heraus mit einer Glut, die ihrer ohnehin schon nicht geringen Schönheit noch einmal ca. 1.000 bis 2.000 Prozent hinzufügt. Diese ausgelebte Kreativität sorgt also für doppeltes Wohlbefinden. Als Mann kann ich mich dann einfach nur noch glücklich schätzen, dass diese Frau sich auf mich eingelassen hat. So, das musste einfach mal publik gemacht werden.

 

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Motivation

Seit ca. zwei Jahren betreibe ich regelmäßig Seilspringen als Sport. Aus den anfänglichen 5-10 Minuten wurden irgendwann 20, dann 40, vor einem halben Jahr sprang ich üblicherweise immer 60 Minuten, aktuell bin ich bei 70 Minuten täglich. Das ist unter der Woche. Am Wochenende kann ich, falls keine gesonderten Termine anstehen, auch noch etwas mehr springen. Heute war so ein Tag (92 Minuten).

Was motiviert mich, jeden Morgen unter der Woche um 4:55 h aufzustehen, in einen dauergelüfteten, im Winter also erfrischend kühlen, Keller (man könnte auch davon sprechen, dass mir im Januar/Februar gefühlt die wichtigen Extremitäten abfrieren) zu gehen und dort mindestens eine Stunde seilzuspringen? Zwei Dinge sind zu nennen:

  • Hörbücher: Als ich bei den 40 Minuten pro Tag ankam, genügte mir das einfache Musikhören nicht mehr, denn irgendwann kennt man die sporttaugliche Musik in- und auswendig. Da ich ohnehin ein großes Interesse an Literatur habe, erschienen mir spannende Hörbücher als eine gute Alternative. Und dabei bin ich bis heute geblieben. Ein Hörbuch mit 20 Stunden habe ich bei meinem aktuellen Springpensum in ca. zwei Wochen durchgehört — und das schon, wenn ich wirklich nur beim Springen höre. Wenn ich dagegen im Verlauf des Tages noch ein- oder zweimal weiterhöre, pflüge ich mich förmlich durch die Geschichten. Das macht Spaß und lenkt vom (zugegebenermaßen etwas eintönigen) Springen ab.
  • Nike FuelBand: Seit ebenfalls ca. zwei Jahren habe ich ein Nike FuelBand, zuerst hatte ich eines der ersten Generation, seit letztem Sommer eines der zweiten. Und ich bin sehr zufrieden damit (dazu gibt es bereits einen anderen Blogeintrag). Für Unkundige: Ein FuelBand misst das Ausmaß und die Intensität der Bewegung, rechnet sie in einen fiktiven Wert, das sog. „Nike Fuel“ (es dürfte grob den KJ entsprechen), um. Wichtig ist nicht nur die Anzeige des bereits erreichten Fuelstands, bedeutsam wurde das ganze System für mich durch das vorher festgelegte Tagesziel (Nike empfiehlt zwischen 2.000 und 4.000 Fuelpunkte pro Tag, ich habe meines auf 3.600 festgelegt, erreiche aber häufig die 5.000, gelegentlich um die 6.000). Dieses Tagesziel kann man immer erst für den kommenden Tag anpassen. Wenn man also das Tagesziel noch nicht erreicht hat, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Noch mal ran und das Tagessoll erfüllen, oder die Erfolgsserie abbrechen und einen Tag mit nicht erfülltem Tagessoll hinnehmen. Letztere Option zählt für mich nicht. Ich bin mittlerweile bei 348 Tagen in Folge (ja, ich öffne gleich das Fenster, um den Gestank des Eigenlobs verpuffen zu lassen — aber, hey, ich hab mir das wirklich hart erarbeitet), das entspricht genau der Dauer, die ich mein FuelBand der zweiten Generation in Betrieb genommen habe.
  • Sessions: Obwohl ich von zwei Gründen gesprochen habe, sind es eigentlich drei, nur hängen die letzten beiden eng miteinander zusammen. Das FuelBand der zweiten Generation bietet die Option, sog. Sessions abzuhalten. Beim Start einer sportlichen Aktivität hält man am FuelBand kurz die Taste gedrückt, bis „Start“ eingeblendet wird. Dies bestätigt man, dann absolviert man das Sportprogramm, am Ende verfährt man wie am Anfang, nur wird jetzt „End“ eingeblendet. In Abhängigkeit von der Tagesform fallen die Seilspring-Sessions recht unterschiedlich aus: So sprang ich am 11. März 66 Minuten und erreichte dabei 2.808 Fuelpunkte, am 12. März war ich offensichtlich schlapper, denn da sprang ich zwar fünf Minuten länger (71 Minuten), erreichte aber nur 2.698 Fuelpunkte. Heute konnte ich fast mein gesamtes Tagessoll (3.600) in der 92-Minuten-Session mit insgesamt 3.553 Fuelpunkten erreichen. Es mag manchen Leuten höchst albern vorkommen, sich an diesen Zahlen irgendwie festzuhalten, dennoch motivieren sie mich — und das schon seit ein paar Jahren (seit 2008 hatte ich schon mit Nike+iPod superbe Erfahrungen beim Langstreckenlauf gemacht). Noch dazu ist der Vorteil des immer gleichbleibenden Systems, dass ich tatsächlich eine Vergleichsbasis für meine eigenen Leistungen habe. Denn — und das ist die häufigste Kritik an allen Amateur-Fitnesstrackern — auch wenn die Daten nicht absolut zuverlässig und perfekt sind, sie bieten eine Vergleichsmöglichkeit. Und die nutze ich.

So, genug Eigenlob für einen Tag, die Dusche wartet. Eigentlich wollte ich nach den 92 Minuten nur auf dem Klo sitzend meine Emails auf dem iPad nachsehen, daraus wurde dieser Artikel. Egal, meine Schenkel werden schon nicht gleich abfallen!

 

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Stimmung und Lesen

Ich lese immer mehrere Bücher parallel, meist sind es drei bis vier, gelegentlich auch mehr, wobei ich das lieber vermeide. Ab einem gewissen Punkt verliere ich dann den Überblick, und damit ist niemandem geholfen. Der Grund dafür liegt daran, dass ich nicht immer in der passenden Stimmung für jedes Buch bin.

Ganz aktuell stecke ich in den folgenden Büchern:

  1. »Beneath an Opal Moon« von Eric van Lustbader. Es handelt sich um die Fortsetzung der von mir hoch geschätzten „Sunset Warrior“-Trilogie, die Geschichte gehört eindeutig in den Bereich Fantasy/Martial Arts, sehr packend geschrieben, abschnittsweise irre spannend, mehrere miteinander verwobene Handlungsstränge, die neben neu eingeführten Charakteren auch Personen aus den Vorgängerbänden aufgreifen und weiter entwickeln — kurzum: ein komplexes Werk. Gerade diese Komplexität erfordert Konzentration. Wenn ich die nicht habe, kann ich die Geschichte nicht genießen bzw. merke, dass mir wichtige Details durch die Lappen gehen. Und das kann und darf nicht sein.
  2. „The Loneliness of The Long Distance Runner“ von Alan Sillitoe. Ein absoluter Klassiker, den ich in der zehnten Klasse in der deutschen Übersetzung gelesen habe. Nur ist das mittlerweile fast 25 Jahre her, also sind mir etliche Feinheiten entfallen — ganz zu schweigen vom Genuss, einen Klassiker im englischen Original zu lesen. Auch hier zählt die Konzentration, denn sonst verpufft die Wirkung zu schnell.
  3. „Ghost Rider“ von Neal Peart, dem Schlagzeuger des kanadischen Progressive Rock-Trios Rush. In diesem Buch schildert er den Tod seiner Tochter und — kurz drauf — seiner Frau sowie seinen sich daran anschließenden langen und äußerst mühsamen Weg zurück in ein „normales Leben“. Es ist ein faszinierendes Zeugnis der „inneren“ Vorgänge, gleichzeitig aber auch harte Kost, die ich einfach nicht zu jeder Zeit lesen kann.
  4. „A River Runs Through It“ von Norman Maclean. Noch ein Klassiker, auf den ich mich vor kurzer Zeit bereits in einem anderen Blogeintrag bezogen habe (da ging es allerdings um die Musik). Da mir die Geschichte schon gut bekannt ist, lese ich dieses Buch immer nur zwischendurch in kleinen Abschnitten zur Erbauung und Entspannung. Eilig habe ich es damit nicht, dennoch kann ich das auch nicht immer lesen, die Geschichte ist etwas zu nostalgisch für einen „normalen“ Vormittag.
  5. „The Slow Regard of Silent Things“ von Patrick Rothfuss. Das jüngste Werk des einzig wahren Tolkien-Nachfolgers, dessen beiden Erstlingswerke „Der Name des Windes“ und „Die Furcht des Weisen“ mich restlos begeisterten. Ich bin hier allerdings erst ein paar Seiten weit gekommen, noch ein paar Tage/Wochen, dann kann ich mehr dazu sagen.

Das sind die aktuellen Bücher, die ich aus persönlichem Interesse lese. Dazu kommen zur Vorbereitung meiner schulischen Arbeit immer noch ein paar Fachbücher und/oder Artikel aus Fachzeitschriften bzw. Internetrecherchen. Und zu all dem kommen dann immer noch ein oder zwei Hörbücher, die ich bei meinen morgendlichen 60-70 Minuten Seilspringen höre (sonst würde mein Kopf vor Langeweile wahrscheinlich explodieren).

Entscheidend ist neben meiner Stimmung auch immer mein Müdigkeitsgrad, denn bei zu großer Müdigkeit lese ich lieber deutsche Bücher (bzw. deutsche Übersetzungen anderssprachiger Bücher). Wobei ich abends ohnehin nicht weit komme, dazu sind die Tage zu voll…

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Atemloser Pop-Müll

Gerade habe ich bei Twitter ein Bild gefunden, das den Umweg über mehrere Retweets bis in meine Zeitleiste gefunden hat (siehe Bild).

Der besagte Tweet in Tweetbot

Der besagte Tweet in Tweetbot

Bis vor kurzer Zeit war unser Haus glücklicherweise frei von Helene Fischer und dem sonstigen Schlager-Pseudopopzeug. Dann kam eine Faschingsfeier im Hort der beiden großen Kinder — und vorbei war's mit der Ruhe! Beide kamen nach Hause und grölten bereits auf dem Nachhauseweg lautstark „Atemlos durch die Nacht…“. Mehr Text konnten sie nicht, dennoch wiederholten Sie diesen kurzen Ausschnitt so oft, dass mir schon nach wenigen Minuten der Kamm schwoll (passend zum Familiennamen, muarharhar). Dann las ich den abfotografierten Text im oben erwähnten Tweet:

Der Mann findet klare Worte...

Der Mann findet klare Worte...

Göttlich, einfach nur göttlich! Ich kenne den Typen nicht persönlich, aber er spricht mir in dieser Hinsicht aus der Seele.

(Hmmmm, ich überlege gerade, ob zu meinen fast schon unzähligen Followern auch Helene Fischer-Fans gehören. Eventuell sollte ich die Kommentarfunktion für diesen Eintrag schließen…)

 

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Flüssiger Edelstein

Im Moment bin ich erkältet, was ich sehr lästig finde, denn aktuell beginnt gerade eine angenehm warme Frühlingszeit. Heute Nachmittag waren es sicher 17 Grad auf meiner Terrasse, sodass ich mein frisch zubereitetes Mittagessen gleich einmal dort in der Sonne verzehrte.

Wie es Erkältungen so an sich haben, werden sie gegen Abend unangenehmer. Meine Nase ist so richtig zu, das Schnaufen fällt mir schwer, insgesamt ein nicht erwünschter Zustand (andererseits kann man so vielleicht die Phasen, in denen es einem gut geht, mehr wertschätzen).

Seitdem ich mit meiner Frau und unserem Sohn 2006 in Schottland war, wo wir auch eine Whiskey-Destille besichtigten, haben wir allerdings eine Geheimwaffe: Glenfarclas 105 Cask Strength Single Malt Whiskey (mehr Informationen vom Hersteller). Mit seinem ca. 60 prozentigen Alkoholgehalt macht der im Hals „gefühlt“ alle Fremdkörper platt, noch dazu sorgt er für ein erleichtertes Einschlafen. Bei der Besichtigung der Glenfarclas Destillery war damals meine Frau erkältet, ich war an dem Tag mit dem Fahren dran, also durfte ich von der sich an die Führung anschließenden Verkostung nur einmal kurz nippen. Sie dagegen trank beide Probe-Gläschen (jeweils nur ein etwas üppigerer Bodensatz) aus — und am nächsten Tag war ihre Erkältung weg!

Seit diesem Tag gilt Glenfarclas Single Malt Whiskey — in den verschiedenen Versionen (10, 12 Jahre alt oder eben in Fassstärke, „Cask Strength“) — bei uns als Hausmittel gegen Erkältung. Nur die Kinder kommen (noch) nicht in ihren Genuss…

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So schlecht, dass es schon wieder gut ist

Es gibt Filme, die sind so schlecht, dass sie dadurch derart amüsant werden, dass man sie viel öfter ansieht, als sie es eigentlich verdienen. Gestern kam einer davon im ZDF, heute müssen meine Kinder ihn mit mir ansehen: „Im Land der Raketenwürmer“.

Aber von der Sorte gibt es noch etliche mehr. Garantiert hängt es vom persönlichen Geschmack ab, aber meine Highlights der „So schlecht, dass sie schon wieder gut sind“–Filme finden sich (unsortiert) in der folgenden Liste:

  • Road Trip
  • Eurotrip
  • Big Trouble in Little China
  • Armee der Finsternis
  • Die rechte und die linke Hand des Teufels
  • Puppenmord
  • Welcome to the Jungle

Ich bin gerne offen für weitere Vorschläge, die dieser Liste hinzugefügt werden könnten. Schreibt einfach einen Kommentar…

 

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