Archiv für den Monat Oktober 2014

Opfer der eigenen Dummheit

Gestern verbreitete jemand über Twitter das unten eingefügte Bild von einem Plakat der AfD. Ich bin mir nicht sicher, ob es sich dabei um eine schöne Fotomontage (einen Hoax) handelt, das liegt absolut im Bereich des Möglichen. Verwundern würde es mich andererseits aber auch nicht, wenn das Bild sogar ein authentisches Plakat zeigte.

Mich persönlich stört es nicht, dass diese Partei eine bestenfalls rückwärtsgewandte Politik für ein Klientel betreibt, die wohl am ehesten mit »Hach, früher war alles einfacher und besser, die Zeit will ich noch einmal erleben, bevor ich sterbe!« umschrieben werden kann. Die meisten denkenden Menschen machen um derlei platte Parolen automatisch einen großen Bogen — daran wird sich auch in Zukunft hoffentlich nicht viel ändern. Kaum sind die AfDler nun in einigen Gegenden gewählt worden, müssend sie zeigen, was sie im Alltagsgeschäft tatsächlich leisten (außer markige Sprüche rauszuhauen). Die Ernüchterung bei den Wählern wird sicher schneller eintreten als von der AfD ersehnt.

AfD — Opfer der eigenen Dummheit

Der Gestalter dieses Plakats wurde wohl ein Opfer der eigenen Dyskalkulie.

Bestes Beispiel für den meiner Einschätzung nach zu erwartenden geistigen Horizont einiger Kreise typischer AfD-Wähler (und wohl auch -Politiker) ist das bereits erwähnte und oben eingefügte Plakat, das ebenso mathematisch falsch wie schlicht einfältig ist. Wenn ich aus einer beliebigen Gesellschaft die Gruppe der Menschen nehme, die gerade einen roten Pulli tragen, dann habe ich bei Betrachtung dieser Gruppe natürlich 100 Prozent rote-Pulli-Träger vor mir. Genauso hätte ich demnach bei Betrachtung der kriminellen Deutschen auch 100 Prozent vor mir — ebenso verhält es sich mit den auf dem Plakat genannten kriminellen Ausländern. Wenn ich nur diese Teilmenge betrachte, habe ich immer einen Volltreffer. Das ist einfachste Mathematik (ich glaube, wir hatten das damals in der fünften Klasse am Gymnasium). Dummerweise sagt die Feststellung dieser 100 Prozent ja noch überhaupt nichts aus.

Doch das Plakat ist ja schier nicht zu toppen hinsichtlich seiner mentalen Einfalt. Nähme ich jetzt wieder die Gruppe der Menschen, die gerade einen roten Pulli tragen, und würde diese nun auf die Eigenschaft „Mensch“ hin untersuchen, läge ich natürlich per Definition der Gruppe nochmals bei 100 Prozent. Soweit wäre das ja noch nicht so schlimm. Das aber zusammenzuzählen und daraus dann 200 Prozent zu machen, ist so unglaublich, nein beschämend, dumm, dass mir fast die Worte fehlen, es passend auszudrücken. Aber ich wüsste schon, wie ich das noch überbieten kann. Ich nähme einfach das Kriterium „auf diesem Planeten lebend“ bei mir dazu. Und schon läge ich bei 300 Prozent. Ätsch, mehr! Ob sich die AfD so wohl auch Ihre zukünftigen Chancen in der Politik dieses Landes errechnet…?

 

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Rolex, FuelBand, Apple Watch

Rolex, FuelBand und Apple Watch

Meine Rolex, mein FuelBand SE und die für das Frühjahr 2015 angekündigte Apple Watch

Vor ein paar Wochen wurde im Rahmen der September-Keynote die Apple Watch vorgestellt. Ich war begeistert, denn diese Uhr kombiniert eine hohe Funktionsvielfalt mit einem schlicht atemberaubenden Design. Ehrlich muss ich sagen: Wäre die Apple Watch an dem Abend schon zum Verkauf angeboten worden, ich hätte mir sofort eine bestellt. Ohne mit der Wimper zu zucken.

Seither sind einige Wochen vergangen, ich konnte in Ruhe darüber nachdenken. Und dabei passierte etwas seltsames: Je länger ich mich mit der Apple Watch beschäftigte, desto mehr hinterfrage ich meinen anfänglichen Kaufimpuls. Mein Gedankengang ist jener: Als das erste iPad vorgestellt wurde, argumentierte Steve Jobs in der Keynote, dass das iPad eine Nische zwischen Smartphone und Computer fülle. Um darin zu bestechen — und dann auch zu bestehen — müsse das Gerät in den Einsatzgebieten, die die meisten Nutzer damit in Verbindung brächten, besser (und bequemer) als alle Mitbewerber sein. Das iPad erfüllte damals und erfüllt heute noch einige dieser Aufgaben besser als alle Mitbewerber. Deswegen benutze ich meines täglich und bin so außerordentlich zufrieden damit.Nur — um zum eigentlichen Thema zurückzukehren — stellt sich mir die Frage, was genau die Apple Watch denn nun eigentlich eindeutig besser kann als meine bisherigen Geräte. Um das zu überprüfen, gehe ich der Reihe nach durch, was ich von einem am Handgelenk getragenen Gerät erwarte.

Batterie-Laufzeit und Uhr

Von meinem Vater habe ich eine echte Rolex geerbt. Diese Uhr ist außerordentlich robust (sie ist mittlerweile über 50 Jahre als und hat in dieser Zeit neben den obligatorischen Stößen auch einen Motorradunfall unbeschadet überstanden), noch dazu muss sie nie aufgeladen werden (benötigt auch keine neuen Batterien). Ihre Energie bezieht sie aus den unzähligen kleinen Vibrationen, die mein Handgelenk im Verlauf eines Tages erzeugt. Zusätzlich kann ich das Uhrwerk aufziehen, um die Zeiten zu überbrücken, in denen ich mich nicht oder sehr wenig bewege (Schlaf, Uhr abgelegt etc.). Das ist schwer zu toppen. Die Apple Watch muss schon per Ankündigung des Herstellers (und das ist leider noch keinem Praxistest gleichzusetzen) mindestens jede Nacht aufgeladen werden.Die Uhrfunktionalität an sich ist sicherlich besser als bei meiner Rolex, denn der Bildschirm der Apple Watch kann konfiguriert werden. Meine Rolex zeigt nur die Uhrzeit an, sonst gar nichts, die Apple Watch kann gleichzeitig noch das Datum und weitere Informationen dauerhaft anzeigen — was ich für einen Vorteil halte. Immerhin frage ich mich oft genug, welches Datum wir gerade haben — meist löse ich das Problem, indem ich mein iPhone oder iPad zücke und nachsehe. Das wäre mit der Apple Watch sicher schneller zu erledigen. Dennoch ist es eine Kleinigkeit, die allein noch kein Kaufargument darstellt.Die Rolex trage ich seit ca. 15 Monaten nicht mehr dauerhaft, denn seit diesem Zeitpunkt bin ich Benutzer eines Nike FuelBands. Zuerst hatte ich eines der ersten Generation, im Frühsommer bin ich auf die zweite Generation umgestiegen. Wenn ich die Uhrzeit sehen will, drücke ich zweimal kurz hintereinander auf den einzigen Knopf: Die Uhrzeit wird für ein paar Sekunden angezeigt, dann erlischt das Band zu eleganter Schwärze. Funktioniert perfekt. Ich könnte es sogar auf Dauerleuchten einstellen, will es aber nicht.

Fitness-Tracking

Das Fitness-Tracking über das FuelBand ist schlicht und einfach fantastisch. Ich bin voll von diesem Produkt überzeugt. Die Akku-Laufzeit ist gigantisch (mindestens eine volle Woche, eher acht oder neun Tage), noch dazu ist das FuelBand seit der zweiten Generation wasserdicht, ich kann es also auch beim Duschen tragen. Ganz sicher bin ich mir in dieser Hinsicht bei der Apple Watch noch nicht. Sollte sie nicht wirklich wasserdicht sein, scheidet sie für viele Sport-Aktivitäten ohnehin aus, denn wo der Schweiß fließt, muss das Gerät wasserdicht sein. Basta.Der wesentlich kritischere Punkt kann im Moment noch gar nicht überprüft werden: Apple verspricht ein akkurates und ausgeklügeltes Fitness-Tracking. Da ich aber nun seit 15 Monaten Nike Fuel sammle, wäre es mir ein absolut zentrales Anliegen, mit der Apple Watch nahtlos an dieser Stelle weiterzumachen, denn beide Geräte parallel zu tragen kommt für mich nicht in die Tüte. Ob Nike eine passende App für die Apple Watch zur Verfügung stellt, muss sich erst noch zeigen. Ohne diese ist die Apple Watch von Beginn an kein Produkt für mich.

Preis

Gut, bei der Rolex brauchen wir mit dem Preis eigentlich gar nicht anfangen. Ich hätte auch sicher keine, wenn sie kein Erbstück gewesen wäre. Aber das FuelBand 2 hat mich inklusive Versand 99 Euro gekostet. Das ist für den Funktionsumfang ein akzeptabler Preis, vor allem da das Teil so gnadenlos gut funktioniert. Null Aussetzer, null Probleme in mehr als einem Vierteljahr (und das Vorgängermodell hat in dem einen Jahr auch nie gezickt). Das muss man erst einmal schaffen.Die Apple Watch soll bei 349 € (eigentlich Dollar, Apple konvertiert die Preise trotz Währungsunterschieden aber meistens einfach nur beim Währungszeichen) starten. Das ist schon ein riesiger Haufen Geld. Und um den zu rechtfertigen müssen eben zumindest die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sein.

Fazit

Ohne das endgültige Produkt bislang beurteilen zu können, muss die Apple Watch erst noch einige gewaltige Hürden nehmen, um mich dazu zu bewegen, mindestens 349 € für sie auszugeben. Bis sie das geschafft hat, bin ich mit zwei fähigen Geräten ausgestattet, die ihre Funktionen zuverlässig ausfüllen. Ich fühle also keinen Druck zum Umstieg bzw. Aufrüsten.

 

 

 

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