„YOLO“ – Jugendsprech vs. Sinn

Vorab eine kleine Begriffserläuterung, für jene, die „YOLO“ noch nie gesehen oder gehört haben: YOLO ist „Jugendsprech“, ein Akronym für „You Only Live Once“ („Du lebst nur einmal“). Die Einsatzmöglichkeiten sind im Prinzip vielfältig, ganz oft erlebe ich als Lehrer den Spruch aber wie ein trotzig hingerotztes „Na und?“, wenn mal wieder jemand einen Test oder eine Klassenarbeit mit suboptimalen Leistungen abgeliefert hat.

Ganz oft schon juckte es mich in den Fingern, ein ganz großes „Leider!“ darunter zu setzen. Denn tatsächlich leben wir nur einmal, der effektive Gegenbeweis steht noch aus. Wäre es dann nicht sinnvoller, diesen Spruch unter besonders gute Leistungen zu setzen, aus jeder sich bietenden Möglichkeit das Maximum herauszuholen? So sehe ich die Sache jedenfalls. Ich habe Spaß am Unterrichten und an vielen anderen Dingen. Oft genug ärgere ich mich darüber, wenn ich den Tag nicht auf 30 oder 36 Stunden verlängern kann, um allen — vor allem selbst gesteckten — Wünschen gerecht zu werden.

Unter die nicht befriedigenden, halb unfertig gebliebenen Dinge möchte ich kein YOLO setzen, unter alles, was mir gelungen ist, mich befriedigt oder eventuell sogar andere begeistert hat, jederzeit. Denn dann fühle ich mich auch wie jemand, der aus der spärlichen Zeit, die ihm nun einmal bleibt, das Beste gemacht hat.

In diesem Sinne: In einer Woche beginnt ein neues Schuljahr, da geht es wieder darum, das Maximum herauszuholen. Dann setze ich auch gerne ein YOLO darunter.

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