Archiv für den Monat Mai 2014

Album — nicht einzelne Songs

Eddie Trunk

Vor ein paar Wochen habe ich mir bei YouTube diverse Videos angesehen, bei denen es immer um die Band Rush ging. Einige Videos waren natürlich einfach Konzertmitschnitte, die ich aus unterschiedlichen Gründen interessant finde. Andere Videos drehten sich eher um Hintergrundinformationen, z.B. Interviews oder Albenbesprechungen, Tourberichte und der gleichen mehr.

Ein Video ist bei mir besonders hängen geblieben, es handelt sich um dieses Interview mit Eddie Trunk. Bei ungefähr 13 Minuten und 20 Sekunden beginnt ein Gesprächsfaden, der sich um die Frage dreht, was Rush als Band denn eher bevorzugt: Songs oder Alben? Und — wie nicht anders zu erwarten — ist die Antwort natürlich: Alben.

Wenn ich in der Schule den Bereich Hard Rock/Heavy Metal mit meinen Schülern bespreche, ist auf einem der Arbeitsblätter gleich auf der ersten Seite ein Abschnitt, der den Unterschied zwischen Pop- und Rockmusik erläutern soll: Pop-Musik orientiert sich eher an der Veröffentlichung einzelner Titel (früher noch „Singles“ genannt), Rock-Musik ist eher an der Veröffentlichung ganzer Alben, die oft auch thematisch zusammengehören, interessiert.

Und gerade Rush als Urgestein der Rockmusik (gegründet 1968, also sieben Jahre vor meiner Geburt), die sich unaufhaltsam auf ihr 50. Jahr als Band zubewegen, verkörpert das mehr noch als viele andere Bands. Schön finde ich auch, dass das in dem Interview zum Ausdruck kommt, denn da sagen die Musiker über sich selbst, dass sie das „Opus“, also das Gesamtkunstwerk, das Konzeptalbum, bei dem alle Songs, die Covergestaltung, die Texte der Lieder, schlicht jedes Detail des Albums wie Puzzleteile ein geschlossenes Ganzes ergeben sollen, als ihr Metier ansehen.

Herrlich!

 

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Fernbedienungskomfort

Meine beiden Fernbedienungen

Seit 2007 sind wir stolze Besitzer eines Apple TVs, zuerst der ersten, dann der zweiten Generation. Vor einem Jahr kauften wir uns einen Toshiba Blu-Ray-Player, nachdem der vorige DVD-Player den Geist aufgegeben hatte. So sehr ich es bedaure, aber ich vermisse den Komfort des Apple TVs, an den ich mich nun schon seit einigen Jahren gewöhnt habe, schmerzlich auf dem Toshiba-Gerät.

Am schlimmsten ist für mich die Fernbedienung. Ein Wust aus unterschiedlichen Tasten, die man nur kontrolliert bedienen kann, wenn man ganz genau hinsieht. Tja, das schmälert den Genuss eines Films schon merklich, wenn man für das Finden der korrekten Tasten jedes Mal zuerst das Licht einschalten oder — wie ich es mache — mit dem iPhone oder iPad auf die Tasten leuchten muss.

Das Foto zeigt die beiden Fernbedienungen nebeneinander. Der Unterschied könnte kaum klarer zu Tage treten: Apple (rechts) hat die Kunst perfektioniert, alle unnötigen Tasten einfach abzuschaffen. Zur Bedienung des Apple TVs genügen diese wenigen Knöpfe völlig. Wer es noch komfortabler (und visuell ansprechender) haben möchte, kann sich auch die Remote-App auf iPhone oder iPad laden und dann noch einfacher alles auf dem Apple TV steuern.

Anders die Philosophie beim Toshiba-Gerät und seiner Fernbedienung (links): Hier muss jede Funktion über eine eigene Taste erreichbar sein. Ich verstehe den Ansatz, kann ihn aber angesichts der Konsequenzen für mich schlicht und einfach nicht gutheißen. Es ist einfach nur unbegreiflich, warum zum Einen alle Tasten so eng beieinander liegen und, zum Anderen, warum wirklich alles direkt erreichbar sein muss. 95 bis 99 Prozent der Aktionen, die ich auf dem Gerät ausführte, ließen sich mit einer der Apple Remote ähnlichen Fernbedienung auch realisieren.

Was mache ich denn üblicherweise mit der Fernbedienung für den DVD-/BluRay-Player?

  • Schublade auf/zu
  • Auswahl der Sprache
  • Auswahl der Untertitel
  • Rauf, runter, links, rechts und Auswahl
  • Play/Pause
  • Menü

Diese paar Tasten hätten ja dann selbst bei einer Fernbedienung mit geringer Größe ausreichend Platz, um schön groß zu sein — zusätzlich wäre es ja auch noch möglich, ihre Form oder Kontur so zu individualisieren, dass man sie auch ohne Hinsehen erkennen könnte.

Alle weiteren Funktionen könnten in einem intelligent gestalteten Menü viel besser untergebracht werden. Wurden sie leider nicht. Möglicherweise auch nur aus dem Grund, damit die Technik-Freaks eine Fernbedienung erhalten, die sich nur bedienen lässt, wenn man vorher die Bedienungsanleitung gelesen hat (das musste ich bislang bei keinem einzigen Apple-Gerät, auch wenn sie immer dabei liegt) — und wenn das Licht an ist…

 

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Klo-Lektüre 4

Klo-Lektüre IV

Vor einigen Wochen habe ich beim Stöbern im iBooks-Store das Buch „Memories of the Future“ von Wil Wheaton entdeckt. Ja, genau: Wil Wheaton, der Typ, der vor etwas über 20 Jahren die Rolle des Wesley Crusher bei Star Trek –– The Next Generation innehatte. Ganz sicher war ich mir zuerst ja nicht, ob ich dafür Geld ausgeben sollte, doch ich wagte es –– und habe es bis heute nicht bereut. Keine einzige Sekunde.

Das Buch ist voller Selbstironie und mit unendlich viel Humor geschrieben. Neben dem gründlichen Zerpicken der Folgen aus der Perspektive eines Darstellers enthält das Buch auch etliche Ausschnitte aus dem Skript, mit dem die Schauspieler arbeiteten, viel Hintergrundwissen über alle möglichen Details zur Serie, zur Arbeit am Set, zu den häufig hirnlosen Dialogen, über die man eigentlich nur noch laut lachen kann…

Mein persönliches Fazit: Wer sich mit Star Trek – The Next Generation auskennt (sprich: mindestens einmal alle 178 Folgen gesehen hat bzw. wer noch nicht einmal nachschlagen musste, um diese Zahl zu wissen), kann mit dem Buch nichts falsch machen.

Besser noch: Man kann sich einen exzellenten Eindruck vom Inhalt des Buchs verschaffen. Wie? Ganz einfach: Rund um den Termin der Veröffentlichung hat Wil Wheaton einen Podcast mit dem Titel Memories of the Futurecast herausgebracht. Da er kostenlos ist, kann man sich alle Episoden ungestört und in unbegrenzter Wiederholungszahl entweder bei iTunes oder direkt über die zu diesem Zweck eingerichtete Internetseite anhören. In diesem Podcast liest Wil Wheaton ausgewählte Passagen aus dem Buch vor, garniert sie mit spontanen Anekdoten und Witzchen, stellt jeweils neue Musik vor und dergleichen mehr — mir gefiel der Podcast mit seinen 14 Episoden so gut, dass ich mir alle heruntergeladen und mittels AudioBook Builder in ein Hörbuchformat umgewandelt habe.

Tatsächlich habe ich dem Buch mehr Hintergrundwissen zu den anfänglichen Folgen zu verdanken als vielen anderen Quellen, die möglicherweise von wesentlich ambitionierteren Personen gepflegt werden.

Also, liebe Trekkies, aufgemerkt und ab an den Computer bzw. das iPad oder iPhone: Zieht euch den guten Stoff rein!

 

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