Archiv für den Monat November 2013

Besatzungszone Elternbett

Ich liebe meine Kinder über alles. Das hält mich nicht davon ab, sie gelegentlich ein wenig zu verwünschen. Die letzten Nächte waren mal wieder welche aus der Kategorie „Kinder grrrrr“, denn in ihrem Verlauf gesellten sich Stück für Stück ein bis zwei Kinder zu uns.

Was sehr romantisch und kuschelig klingt, ist in der Realität leider alles andere als entspannt. Denn mit vier Personen in einem ganz normalen Doppelbett (nix Oversize) muss jeder von uns auf der Seite schlafen. So schlafe ich tatsächlich auch immer ein, wenn ich abends ins Bett gehe. Dann jedoch rolle ich auf den Rücken und verbringe weite Teile der Nacht in dieser für mich entspannteren Haltung. Das geht aber nicht, wenn sich ein Kind auf dem freien Platz im Bett befindet oder sich auch noch an mich drückt. Und dann fühlt sich alles an mir beim Aufstehen noch ein paar Jahre älter an (und es sind doch schon 38…).

In gewisser Weise bin ich ja froh, dass das dritte Kind nachts fast nie auf Reisen geht. Die lässt uns lieber antanzen, indem sie lautstark durchs Haus ruft, was ihr gerade genehm wäre (z.B. „Maaaaaamaaaaa! Paaaaaaapaaaaa! Kaaaaabaaaa!“). So seltsam es sein mag, mir taugt das mehr als die Belagerung des Elternbetts. Nicht selten lege ich mich dann zur Jüngsten, denn die liegt im Normalfall wie ein Stein im Bett und lässt mich in Ruhe. Uff!

 

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Meisterleistung

Bald ist Weihnachten

Das Offensichtliche im Blick: Bald ist Weihnachten

Bei uns liegt gerade eine Zeitschrift herum, die es im Kindergarten kostenlos zum Mitnehmen gab. Beim Vorbeigehen erspähte ich einen der in dicken grünen Lettern verfassten Titel: „Bald ist Weihnachten“.

Nun ist es gerade knapp nach der Mitte des Monats November. Die Anzeichen der nahenden Weihnachtszeit kann man in unserer konsumorientierten Gesellschaft unmöglich übersehen: Seit Ende August werden in Supermärkten und bei allen Discountern Gewürzspekulatius und Lebkuchen in vielfältigen Variationen angeboten, in allen Innenstädten Deutschlands werden schon die (selbstverständlich künstlichen) Weihnachtsbäume aufgestellt, die Girlanden werden ausgepackt, in den Schaufenstern werden das „Fest der Besinnlichkeit“ und die „stille Zeit“ beworben — wo auch immer die hierzulande noch stattfindet… — kurzum: Es ist faktisch nicht möglich, sich dem Konsumwahn der Vorweihnachtszeit zu entziehen. Dass das mit dem eigentlichen Sinn von Weihnachten nichts mehr zu tun hat, haben vor mir schon unzählige andere Blogger, Journalisten und — nicht zuletzt — Gläubige festgestellt, daher spare ich mir das hier und jetzt.

Zurück zur Überschrift „Bald ist Weihnachten“! Dass die Zeitschrift das ohnehin Offensichtliche zum Ausdruck bringt, ist ein Wesenszug dieses Mediums, denn als Teil seiner Grundausstattung kommen die Inhalte prinzipiell immer zu spät heraus. Und dann steht diese Überschrift auch noch so wenig anmutig auf der Titelseite der aktuellen Ausgabe, das erzeugt bei mir gleich einmal eine verstärkte Antipathie, sie überhaupt aufzuschlagen bzw. in ihrer Gänze durchzublättern.

Schade, hätte man doch sicher ein paar interessante Informationen zu den wirklich spannenden Themen — z. B. warum man Weißwürste nicht kocht oder einen Computervirus nicht mit Wick Medinait wegbekommt — unterbringen können. So wird die Zeitschrift (von mir) ungelesen hier verbleiben und alsbald in Vergessenheit (und dann in der Papiertonne) versinken. Und gut so. Schönes Wochenende!

 

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