Archiv für den Monat September 2013

Apps! 4 – Syllable

Heute mal ein ganz kurzer, aber durchaus enthusiastischer Bericht über eine wundervolle iOS-App namens Syllable. Bei dieser App geht es um das sog. Schnelllesen (im Englischen auch unter dem Namen Speed Reading bekannt), also das sehr schnelle Erfassen großer Textmengen unter Vermeidung der inneren Vokalisation (also des gedachten Aussprechens des gelesenen Wortes).

Wie funktioniert die App?

Das Ziel erreicht die App so einfach wie effektiv: Findet man einen interessanten Text im Internet, so kopiert man den Link und öffnet Syllable. Sogleich bemerkt die App einen Link im Zwischenspeicher und fragt, ob der Link geöffnet werden soll. Bestätigt man dies, saugt die App nur den Textgehalt der entsprechenden Seite heraus und wartet dann auf ein Tippen auf den Bildschirm, um mit dem Schnelllesen zu beginnen.

Dabei wird dann jeweils nur ein Wort angezeigt (siehe Bild oben in der Mitte), der Wechsel der Wörter erfolgt je nach eingegebener Geschwindigkeit (z.B. 150, 200, 250, 275, 300 oder mehr Wörter pro Minute). Ein Zurückspringen im Text, einer der hauptsächlichen Gründe für besonders langsames Lesen, ist somit unmöglich.

Je länger man sich im Schnelllesen übt, desto höhere Geschwindigkeiten kann man erreichen. Ich habe aktuell eine Geschwindigkeit von 300 Wörtern pro Minute eingestellt, sobald sich das vollends komfortabel anfühlt, kann ich auf 325 erhöhen etc.

Schlicht & effektiv

Am meisten fasziniert mich die Schlichtheit der App, denn der Fokus auf den angezeigten Text ist vollkommen, sobald der Schnelllesevorgang initiiert ist. Zu diesem Zweck gibt es nur die Wahl zwischen Tagmodus (schwarzer Text auf weißem Hintergrund) und Nachtmodus (weißer Text auf schwarzem Hintergrund) — vgl. die beiden Bilder oben auf der rechten Seite. Auch die Auswahl an Schriftarten ist bewusst klein gehalten, denn je ungewohnter das Schriftbild, desto länger benötigt das Gehirn zum Erkennen der Wortbilder (beim Schnelllesen wird nicht buchstabiert, vielmehr werden nur noch die Wörter im Ganzen erfasst, daher ist das häufige Lesen sehr hilfreich, wenn man die Geschwindigkeit erhöhen möchte).

Die geladenen Artikel bleiben in der „Articles“-Liste (siehe Bild oben links), streicht man von links nach rechts über einen Artikel, wird er als gelesen (bei Wiederholung als ungelesen) markiert, streicht man von rechts nach links über einen Artikel, wird er gelöscht. Schlicht und effektiv.

Einbindung anderer Dienste

Ich benutze Syllable hauptsächlich mit aus dem Browser kopierten Links, denn dort treffe ich meistens auf die langen Texte. Es gibt aber auch viele Nutzer von Diensten wie Instapaper oder Pocket, die aus Syllable direkt auf ihre jeweiligen Konten zugreifen und ihre Texte direkt von dort laden können. Sehr praktisch, für mich als Nichtnutzer beider Dienste aber nicht weiter interessant.

Fazit

Eine wundervoll schlichte, sehr funktionale und effektive App, die bei einem Preis von 89 Cent ein wahres Schnäppchen ist. Großes Lob geht an den/die Entwickler, die sich auf den Kern der Sache konzentrierten und sich jeglichen überflüssigen Schnickschnack gespart haben. Die App tut genau das, was sie soll, sonst nichts — gut so!

 

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