Archiv für den Monat August 2013

Hätte man’s vorher gewusst…

Baufortschritt Terrasse

Wir bauen gerade eine Terrasse. Eigentlich war das gar nicht so geplant. Aber die Kostenvoranschläge, die wir eingeholt haben, sprengten glatt jeglichen Kostenrahmen, den wir uns vorgestellt hatten. Für eine simple Terrasse mit den ungefähren Ausmaßen 3,30×6,50 Meter waren wir durchaus bereit, ca. 5.000 bis 6.000 € auszugeben. Leider begannen die niedrigsten Kostenvoranschläge erst bei knapp 9.000 € — und da war noch nicht einmal ein Hauch von Überziehung einkalkuliert. Der nächste lag tatsächlich schon bei satten 11.000 €. Und da steckten durchaus noch einige Möglichkeiten zur Preissteigerung drin. Das sind so nette Formulierungen wie „Je nach Zeitaufwand, Stundensatz: 40€“.

Also reifte der Entschluss, die Terrasse doch selbst zu bauen. Hätte ich vorher gewusst, was da alles an Arbeit auf uns, insbesondere mich, zukommt, wäre ich weit weniger eifrig an die Arbeit gegangen. Vermutlich ist das aber gut so, denn bei den Kindern war es ähnlich: Hätten wir vorher gewusst, wie stressig drei Kinder von Zeit zu Zeit sein können, hätten wir keine drei. Nun haben wir sie, lieben sie, wollen keinen Tag auf sie verzichten müssen. Dennoch machen sie viel Arbeit.

Zurück zur Terrasse: Zuerst mussten die Gräben ca. 40 bis 50 Zentimeter tief ausgehoben werden, in die eine kleine Drainageschicht aus Schotter eingebracht wurde. Darauf kam ein kleines Betonfundament. Darauf dann die ca. 100 Granitpalisaden (zu je ca. 20 kg), die wiederum ausgerichtet und einbetoniert wurden. Dann wurde der Innenbereich mit mehreren Tonnen Schotter aufgefüllt — Schubkarre für Schubkarre. Dann kam das Verdichten mittels Rüttelplatte (ein ziemliches Biest, wenn mir der Begriff erlaubt sei). Dabei stellte sich schon einmal heraus, dass die großzügige Planung des Natursteinhändlers unseres Vertrauens deutlich mehr Schotter umfasste, als für uns nötig war. 15,7 Tonnen wurden uns vor das Haus gekippt. Mindestens fünf, gefühlt sechs oder sieben, liegen immer noch dort. Die prognostizierte Verdichtung auf die Hälfte fand so nicht statt. Also durften, während die Miete für die Rüttelplatte lief und lief, wieder ca. 10-12 Schubkarren voll Schotter abgeschaufelt und vor das Haus zurück gekippt werden. Immerhin klappte die Verdichtung dann ganz gut. Nur das mit dem Gefälle ist mit einem derart ungenauen Arbeitsgerät für mich als Laien nicht hinzubekommen. Deshalb kratze ich seit gestern wieder Teile der verdichteten Schotterschicht heraus, um die (wie ich beim Hochheben feststellen musste) eher zerbrechlichen Beton-Steine, auf die dann die WPC-Unterkonstruktion geschraubt wird, mit den für die Entwässerung notwendigen 2 Prozent Gefälle einzusetzen.

Ich will gar nicht maulen. Mit allen Materialkosten liegen wir am Ende ca. bei 5.000 €. Aber das eine oder andere Mal schoss mir mittlerweile der Gedanke durch den Kopf, dass 10.000 oder 15.000 (oder 20.000) € vielleicht doch gar nicht so viel seien…

Ein guter Freund, der bei seinem eigenen Haus auch die Terrasse selbst gebaut hat, berichtete, dass man danach eine viel innigere Bindung zu seinem Werkstück habe. Das glaube ich auch: „Haha, bei dem Palisadenstein habe ich mir das Kreuz kaputt gemacht, wegen dieses Schotterhaufens habe ich mich mit meiner Frau gestritten, bei dem Stein habe ich es verflucht, nur Crocs angehabt zu haben…“ Wenn die Terrasse fertig ist, lache ich wieder. Bis in zwei Jahren (oder so)!

 

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Cooler „Zauber“-Trick

So sah es vor dem Eintreffen der Gäste aus.

Ich war nun vier Tage lang bei einer großen Familienzusammenkunft. Zwei oder drei Familienstränge der Großmutter meiner Frau kommen da zusammen, es sind so richtig viele Leute

Am zweiten Tag gab es eine kurze Showeinlage von Otto, dem 89-jährigen Bruder der bereits erwähnten Großmutter meiner Frau. Er stellte sich mit einem Keks und einem Kissen in die Menge und verkündete laut und deutlich: „Ich habe hier einen Keks. Den werde ich in den Mund nehmen und zerkauen, aber ich werde ihn nicht hinunterschlucken — dennoch wird er in meinem Magen landen.“

Meine Frau sagte schon: „Achtung, jetzt kommt ein echter Otto…“ Und dann kam auch ein echter Otto: Der 89-jährige Opa zerkaute also in aller Seelenruhe (mit seinen Dritten) den Keks, legte dann gemächlich das Kissen auf den Boden, kniete sich hin und machte einen astreinen Kopfstand. Als er den komfortabel erreicht hatte, rief er laut: „Da ich nun auf dem Kopf stehe, schlucke ich den Keks nicht hinunter, sondern hinauf.“ Tat's, dann: „Also habe ich den Keks ohne Hinunterschlucken in meinen Magen befördert.“

Ganz davon abgesehen, dass ein Kopfstand mitten auf der Wiese im Kreise der Familie nicht ganz alltäglich ist, so war es doch faszinierend, einen Mann dieses Alters in guter Stimmung und ohne erkennbare Mühe so eine Nummer abziehen zu sehen. Hammerhart!

 

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