Teurer Spaß

In diesem Schuljahr sind bei vielen meiner Schüler die Pilot Frixion-Stifte sehr beliebt. Kein Wunder, man kann sehr gut mit ihnen schreiben und — das ist das große Alleinstellungsmerkmal — im Falle eines Fehlers die Tinte einfach wieder wegradieren. Ein stimmiges Konzept, noch dazu liegen die Dinger wirklich verdammt gut in der Hand.

Nun gut, irgendwann habe ich dann für mich selbst einen roten Pilot Frixion-Stift gekauft, für meine Frau auch gleich einen, mein Sohn wollte lieber einen blauen. An der Kasse kam dann die erste Überraschung: Jeder einzelne Stift kostet 2,69 €. Das klingt vielleicht nicht besonders viel, ist es aber, denn — und das hat mich daran im Nachhinein am meisten geärgert — die Tinte hält nicht lange vor.

Ich habe mir den roten Frixion-Stift zum Korrigieren der unzähligen Klassenarbeiten zugelegt (pro Jahr muss ich nach aktuellem Stand mindestens 800 bis 850 Arbeiten korrigieren: zwei Arbeiten pro Klasse, 17 Klassen, jeweils im Schnitt um die 25 Schüler in einer Klasse, also 2x17x25 Arbeiten — geilomat!). Und ich war sehr zufrieden, denn gerade bei der sich nachmittags und abends bei mir gnadenlos breit machenden Müdigkeit kommt es zwangsläufig zu Unachtsamkeitsfehlern, Verwechselungen und „Einschlafpunkten“ (kleine rote Punkte an x-beliebigen Stellen der Klassenarbeiten, an denen der Stift „einfach so“ auf dem Blatt stehen geblieben ist, als ich in der Parallelwelt des Sekundenschlafs weilte). Die nun einfach wieder aus der Welt schaffen zu können, ist schon ein Luxus.

Doch das Wort Luxus enthält ja durchaus auch den Aspekt des „über das Nötige Hinausgehenden“. Und genau so verhält es sich meiner Erfahrung und Einschätzung nach mit den Frixion-Stiften. Sie liegen gut in der Hand, das Schriftbild ist gut, ich kann Fehler einfach wieder ausradieren… Alles super! Aber die Tinte ist nach spätestens zwei Sätzen an Klassenarbeiten alle!

Ich bin Musik-, nicht Deutschlehrer. Bei den meisten Arbeiten setze ich nur Häkchen für die korrekten Elemente innerhalb der Lösungen, schreibe die jeweils pro Aufgabe erzielte Punktzahl an den Rand, die Gesamtsumme aller Punkte ans Ende des Blattes, dazu noch die erreichten Prozente, ein Signum und auf der Frontseite die Note — das war's. Nur selten schreibe ich mehr als zwei oder drei Sätze in eine Klassenarbeit — meist schreibe ich die auch nur, wenn es sich um eine sehr problematische (meist auch entsprechend mager bewertete) Arbeit geht. Meine Aufgabenstellungen geben das viele zusätzliche Schreiben meist auch gar nicht her. Meine verfügbare Zeit letztlich auch nicht.

Aber gerade angesichts der nicht allzu intensiven Schreibarbeit finde ich die Kosten zu hoch. 2,69 € für den Stift, 1,99 € für die Nachfüllpatronen mit der ausradierbaren Tinte. Das ist mir zu teuer, denn mit einem ganz normalen Stabilo-Fineliner in Rot halte ich dreimal so lange durch und zahle deutlich weniger dafür (auf den kleinen Anteil an Coolheit, den ich dadurch verliere, kann ich getrost verzichten). Einen blauen Frixion-Stift habe ich im Mäppchen, den benutze ich gerne bei den seltenen Anlässen, dass ich am Schreibtisch tatsächlich mal etwas per Hand schreiben muss… Ansonsten bin ich für die Korrekturen wieder auf die seit Jahren bewährten Fineliner und andere Rotstifte umgestiegen — das funktioniert auch gut und ist viel billiger!

 

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