Ein bisschen Nostalgie

Herbert Grönemeyer als Wachsfigur

Als 1975er-Jahrgang begann die prägende Phase meiner musikalischen Sozialisation in den 1980er Jahren und setzte sich massiv in den frühen 1990er Jahren fort — und gerade die Anfangszeit prägt mich bis heute. Zu den musikalischen Ikonen meiner Kindheit gehören Nik Kershaw, Simply Red, Sting (ich habe das „Nothing But The Sun“-Album beim Austragen von Werbezetteln bestimmt hundertfünfzig Mal komplett durchgehört), Bryan Adams, Bruce Springsteen, Scorpions (mein erstes Stück auf der E-Gitarre war „Passion Rules The Game“ — ich kann es bis heute spielen), Iron Maiden, Huey Lewis & The News, Whitesnake, Van Halen, Bon Jovi („Runaway“ war auf der E-Gitarre auch ein ziemlicher Hit), Glenn Frey, Duran Duran, Alphaville, Herbert Grönemeyer, Falco („Amadeus“ ist bis heute unschlagbar, vor allem das seltsam hysterische Geröchel/Gestöhne in den letzten 30-40 Sekunden…), Limahl (von dem zwar nur ein einziges Stück, „Neverending Story“, aber immerhin), Harold Faltermeyer und Depeche Mode — um nur ein paar der bekannteren Namen zu nennen.

Ich gebe zu, dass die Liste ein ziemlich wilder Stilmix ist, aber so ist das in jungen Jahren: Was gefällt, wird angehört, ohne Rücksicht auf (Coolness-)Verluste. Und ich stehe voll dazu. Herbert Grönemeyer ist so ein klassischer Fall, der vermutlich die eine oder andere hochgezogene Augenbraue hervorzurufen im Stande ist. Macht mir aber nichts, ich höre bis heute hin und wieder einige gute Lieder an und genieße sie (vor allem das „Luxus“-Album ist meiner Meinung nach von vorne bis hinten fantastisch).

Zurück zum Thema „Nostalgie“: Revivals sind seit ein paar Jahren wieder mächtig in Mode gekommen, nicht alle davon sind lohnenswert. Manche Musiker/Bands haben (zum Teil still und heimlich) die ganze Zeit weitergemacht (die Scorpions sind vermutlich auf ihrer vorletzten Abschiedstournee), andere sind im wahrsten Sinn des Wortes schon „ausgestorben“. Doch Revivals erscheinen mir oft wie ein letzter (und meist verzweifelter) Versuch, aus dem längst vergangenen Ruhm noch ein wenig finanziellen Gewinn zu ziehen. Es sei ihnen gegönnt, aber größtenteils findet das dann ohne mich statt.

Vor ein paar Monaten kam nun aber das Album „Ei8ht“ von Nik Kershaw heraus. Nik Kershaw feiert dieses Jahr seinen 55. Geburtstag und gehört somit eher in die Liga der Pop-Opas. Das hält ihn aber nicht eine einzige Sekunde lang davon ab, als Gitarrist und Songschreiber zu brillieren. Und „Ei8ht“ stellt da keine Ausnahme dar: Ein ganzes Album nagelneuer Songs, von denen alle noch den melodisch-rhythmischen Geist der 1980er Jahre atmen (und das ist in diesem Fall absolut als Lob zu verstehen), aber komplett in an die heutige Zeit angepasste Gewänder gekleidet sind. Der Sound ist fantastisch, die Songs sind von schlichter Eleganz, mit viel Gespür für Melodie und strahlen die Ruhe aus, die nur Stücke von Musikern ausstrahlen können, die niemandem (außer sich selbst) mehr etwas beweisen müssen.

Jedes Mal, wenn ich mir dieses Album anhöre, überfällt mich also dieses angenehm nostalgische Gefühl aus meinen jungen (und unschuldigen) Zeiten — und ich genieße es. Alle, die nun auf den Geschmack gekommen sind, sollten sich seine stilvolle Homepage ansehen und die vermutlich lustigste Biographie aller Zeiten durchlesen. Musik gibt's dort natürlich auch zu hören.

Welche Musik hören meine geschätzten Leser wohl? Wer sich in dieser Hinsicht eine Blöße geben mag (ich habe die Hosen ja nun schon kilometerweit heruntergelassen), der darf das gerne in den Kommentaren tun. Ich freue mich schon auf ein paar lustige Details…

 

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