Apps! 3 – Launch Center Pro

Screenshot - „mein“ LCP

Seit nunmehr zwei Monaten hantiere ich auf meinem iPad sehr viel mit einer iPhone-App namens Launch Center Pro. Auf den ersten Blick kann man durchaus Zweifel an der Nützlichkeit einer App bekommen, deren Hauptzweck darin zu bestehen scheint, andere Apps zu starten. Doch Launch Center Pro (bei Twitter unter @launchcenterpro zu finden) kann wesentlich mehr. So ist es möglich, bei Apps, die sog. URL-schemes beherrschen, Aktionen ausführen zu lassen. Klingt ein bisschen umständlich, ich weiß. Aber ein Beispiel wird die Sache verdeutlichen:

In Apps! 2 Ulysses 3 & Daedalus Touch habe ich ganz am Ende schon beschrieben, wie mein Arbeitsablauf für Blogeinträge aussieht: Zuerst muss der Inhalt stimmen (das dauert natürlich am längsten), zu diesem Zweck verwende ich Ulysses 3 und/oder Daedalus Touch. Jetzt würde ich ohne Launch Center Pro erst einmal…

  • …den gesamten Text in Daedalus Touch markieren,
  • Daedalus Touch schließen,
  • Blogsy öffnen,
  • dort einen neuen Blog-Eintrag erstellen und dann erst
  • manuell den Text aus der Zwischenablage einfügen.

Seit ich mit Launch Center Pro arbeite, hat sich das wesentlich vereinfacht. Die Schritte sind nun:

  • Inhalt markieren,
  • Launch Center Pro starten und
  • darin die Aktion „Blogsy“ auswählen. Fertig.

Die von mir erstellte Aktion „Blogsy“ nimmt den in die Zwischenablage kopierten Text, öffnet Blogsy, erstellt einen neuen Eintrag und fügt den Markdown-Text direkt an dieser Stelle ein. Ich spare durch die Verwendung einer von mir definierten Aktion ein paar Arbeitsschritte ein. Sehr praktisch!

Und es gibt mittlerweile für eine sehr lange Liste von Apps, die die gerade erwähnten URL-schemes beherrschen. Bei manchen Apps langt es bislang lediglich zum Starten der Anwendung, bei einigen kann man aber auch komplexe(re) Aktionen ausführen lassen.

Von Haus aus bringt Launch Center Pro bereits sehr gute vorgefertigte Aktionen mit den regulären System-Apps mit, die ich zum Teil übernommen, weitgehend aber durch eigene Aktionen ersetzt habe:

  • „Helligkeit“ kann blitzschnell den Grad der Displaybeleuchtung verändern. Ich habe mir verschiedene Prozentzahlen einprogrammiert: Minimum, 10%, 25%, 50%, 75%, Maximum.
  • „FaceTime“ stellt mir eine Reihe von vorgefertigten Feldern mit den Namen meiner engsten Freunde bereit, die beim Auswählen einen FaceTime-Anruf bei der jeweils benannten Person initiieren.
  • „Bookmarks“ hält (neben einigen Standard-Vorgaben, die allerdings nicht meinem Gusto entsprachen) eine Reihe meiner am häufigsten aufgerufenen Browser-Lesezeichen parat. Bei der Auswahl eines Feldes öffnet sich Safari mit der jeweiligen Seite.
  • „Flashlight“ stellt den Bildschirm komplett weiß und auf maximale Helligkeit ein. Das benutze ich fast jeden Abend, wenn ich nach dem „Einschläfern“ vom Bett meiner Tochter aus durch den Urwald an Spielzeug auf dem Fußboden navigiere.
  • „Neue Email“ öffnet das Mail-Programm, erzeugt eine leere neue Mail und erwartet dann die Eingabe der Empfängeradresse. Es wäre hier auch möglich, eine weitergehende Aktion — wie beispielsweise das zuletzt aufgenommene Foto aus der Fotos-App zu übernehmen, an die Email anzuhängen und dann bei der Adresseingabe zu warten — zu programmieren.
  • „New Message“ (da fällt mir doch tatsächlich erst jetzt auf, dass ich diese Schaltfläche noch gar nicht umbenannt habe) gehörte zu den Vorgaben. Bei der Auswahl dieses Feldes wird iMessage (im Deutschen „Nachrichten“) geöffnet, eine neue Nachricht erzeugt, die App wartet dann wieder bei der Eingabe der Empfängeradresse.
  • „Email an…“ stellt mir eine Reihe von vorgefertigten Feldern mit den Namen der Personen zur Verfügung, die ich am häufigsten via Email kontaktiere. Bei der Auswahl eines Feldes wird eine leere Email erzeugt, die Empfängeradresse eingefügt. Die App wartet dann im Eingabefeld für den Betreff auf meine weitere Interaktion.
  • „Search Google“ öffnet ein Texteingabefeld, in welches man den (oder die) Suchbegriff(e) eingibt. Die vordefinierte Aktion öffnet Safari, lädt die Google-Seite und gibt den vorher eingetragenen Suchbegriff weiter. Praktisch, praktisch!
  • „iMessage an“ ist das Pendant zu „Email an…“, nur eben mit iMessage.
  • „New Event“ öffnet die App QuickCal Mobile und wartet dann auf die Eingabe eines neuen Kalender-Termins.
  • „Apps“ dient als Sprungbrett zu meinen meistgenutzten Apps (Tweetbot, Musik, Day One, iBooks, Fotos, Remote, Blogsy und noch ein paar mehr). Die hier hinterlegten App-Aufrufe und — vor allem — die programmierten Aktionen nutze ich am intensivsten.
  • „Neuer Tweet“ öffnet Tweetbot und erzeugt darin einen neuen Tweet. (Dieses Feld wird vermutlich bald durch eine andere Aktion ersetzt, denn ich nutze sie eigentlich viel zu wenig, als dass sie diesen Ehrenplatz verdient hätte.)

Mein Fazit liegt ja schon auf der Hand: Für wenig Geld (ich habe Launch Center Pro für 1,59 € zum Einführungspreis gekauft, der reguläre Preis liegt bei 4,49 € und ist damit völlig gerechtfertigt) erhält man eine grundsolide und im Alltag immens hilfreiche App, die permanent weiterentwickelt wird (immer wieder werden neue Apps zur Liste der URL-scheme-fähigen Anwendungen hinzugefügt), der Entwickler ist über Twitter sehr gut zu erreichen (@drbarnard) und neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen. Launch Center Pro wird von mir so häufig eingesetzt, dass ich der App einen festen Platz im iPad-Dock zugewiesen habe (eine große Ehre!) – das sollte alles sagen…

 

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