Archiv für den Monat April 2013

Von der Pubertät

Weiblein/Männlein

Vor ein paar Tagen hatte ich eine für mich ziemlich ätzende Unterrichtsstunde mit einem Haufen pubertierender Schülerinnen und Schüler, die mir den Gedanken an einen nicht koedukativen Unterricht sofort wieder vielversprechend erscheinen ließen. Die Klasse ist zwar gar nicht sehr groß, befindet sich aktuell aber wohl auf dem Höchststand der pubertären Hormonproduktion. Die Jungs müssen sich permanent produzieren, die Mädels sind durchweg in irrsinnig wichtige Gespräche untereinander vertieft. Unterrichtsinhalte? Wen juckt's?

Zu Beginn meiner Stunden gibt es üblicherweise das sog. Feedback: Dabei stelle ich zwei bis fünf Fragen (meist auf Folie oder Beamer, gelegentlich auch mündlich), in denen nur der „harte Kern“ der letzten Stunde abgefragt wird. Wer sich dann bei der Vorbereitung der Klassenarbeiten auf diese Fragen stützt, kann gar nicht so schlecht fahren. Diese Fragen muss jeder schriftlich in Stichpunkten beantworten. Mündlich frage ich dann einen oder zwei ab, je nachdem, wie umfangreich die Fragen (oder wie mangelhaft die Antworten) sind. Der Vorteil der schriftlichen Fixierung liegt auf der Hand: Jeder sieht sofort: „Hätte ich das gewusst? Habe ich es denn auch hingeschrieben?“ Denn der Unterschied zwischen „Ist doch klar, das hätte ich doch gewusst!“ und „Habe ich hingeschrieben.“ entscheidet nun einmal sehr häufig darüber, ob am Ende die Note 1 oder 4 (oder noch schlechter) auf der Klassenarbeit steht.

In besagter Stunde ging schon dieser Einstieg komplett schief, wofür ich auch schnell einige ganz allgemeine Gründe anbringen kann: Diese Klasse unterrichte ich vierzehntägig in einer Doppelstunde am Nachmittag (genau im sog. Mittagsloch). Optimale Arbeitsbedingungen also… Durch die lange Pause zwischen den Stunden ist 14 Tage später nicht mehr viel vom erarbeiteten Stoff übrig. Und durch die Uhrzeit ist die Motivation noch einmal mehr reduziert.

Und der Feedback-Auftakt war wirklich grandios: Kein einziger Schüler konnte (ohne vor meinen Augen einfach noch einmal nachzulesen) irgend eine der Fragen zur letzten Stunde auch nur ansatzweise beantworten. Als Entschuldigung dafür wurden die „Osterferien dazwischen“ angeführt. Ähem: zwischen den Osterferien und besagter Stunde lagen schon sechs volle Schultage. Und ein Wochenende. Die Ferien taugen unter diesen Umständen als Entschuldigung einfach nicht mehr.

Nun gut, nach so einem gelungenen Start konnte der Rest der Stunde ja nur noch daneben gehen: Die nächsten zehn Minuten war es sehr unruhig, bis mir dann der Geduldsfaden riss und ich ein besonders ignorant schwätzendes Mädel verbal zusammenfaltete. Auch wenn das punktuell hilft, so muss ich doch sagen, dass ich es hasse. Leider klappt es in der Mittelstufe oft nicht auf anderem (=verständnisvollerem) Wege. Da muss man sehr harte Grenzen ziehen und dann auch vehement auf ihrer Einhaltung beharren. Aber einen gewissen Teil dessen könnte man sich vermutlich ersparen, wenn die Klassen nach Geschlechtern getrennt wären.

Das Konzept des nicht koedukativen Unterrichts wird bereits seit mehreren Jahren wieder zunehmend ins Gespräch gebracht (nur ein paar aktuelle Beispiele sind hier, hier und hier zu finden). Analog zu Schulen, die in einzelnen Fächern parallele Kurse in verschiedenen Leistungsstufen (sog. „Niveaugruppen“) abhalten, könnte man in einigen Fächern die Klassen in Jungs und Mädels aufteilen.

Ich darf jetzt nicht wirklich behaupten, dass ich eine ausgereifte Meinung zu der Sache hätte — dennoch kann ich mir sehr gut vorstellen, wie ein nicht koedukativer Unterricht die gesamte Situation in der Mittelstufe entspannen könnte. Ich muss jetzt erst einmal den mentalen Inkubator anwerfen, das benötigt Zeit und Ruhe. Mal sehen, was mir in den kommenden Wochen noch dazu einfällt. Wenn es etwas taugt, schreibe ich einen weiteren Artikel zu dem Thema.

 

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Apps! 3 – Launch Center Pro

Screenshot - „mein“ LCP

Seit nunmehr zwei Monaten hantiere ich auf meinem iPad sehr viel mit einer iPhone-App namens Launch Center Pro. Auf den ersten Blick kann man durchaus Zweifel an der Nützlichkeit einer App bekommen, deren Hauptzweck darin zu bestehen scheint, andere Apps zu starten. Doch Launch Center Pro (bei Twitter unter @launchcenterpro zu finden) kann wesentlich mehr. So ist es möglich, bei Apps, die sog. URL-schemes beherrschen, Aktionen ausführen zu lassen. Klingt ein bisschen umständlich, ich weiß. Aber ein Beispiel wird die Sache verdeutlichen:

In Apps! 2 Ulysses 3 & Daedalus Touch habe ich ganz am Ende schon beschrieben, wie mein Arbeitsablauf für Blogeinträge aussieht: Zuerst muss der Inhalt stimmen (das dauert natürlich am längsten), zu diesem Zweck verwende ich Ulysses 3 und/oder Daedalus Touch. Jetzt würde ich ohne Launch Center Pro erst einmal…

  • …den gesamten Text in Daedalus Touch markieren,
  • Daedalus Touch schließen,
  • Blogsy öffnen,
  • dort einen neuen Blog-Eintrag erstellen und dann erst
  • manuell den Text aus der Zwischenablage einfügen.

Seit ich mit Launch Center Pro arbeite, hat sich das wesentlich vereinfacht. Die Schritte sind nun:

  • Inhalt markieren,
  • Launch Center Pro starten und
  • darin die Aktion „Blogsy“ auswählen. Fertig.

Die von mir erstellte Aktion „Blogsy“ nimmt den in die Zwischenablage kopierten Text, öffnet Blogsy, erstellt einen neuen Eintrag und fügt den Markdown-Text direkt an dieser Stelle ein. Ich spare durch die Verwendung einer von mir definierten Aktion ein paar Arbeitsschritte ein. Sehr praktisch!

Und es gibt mittlerweile für eine sehr lange Liste von Apps, die die gerade erwähnten URL-schemes beherrschen. Bei manchen Apps langt es bislang lediglich zum Starten der Anwendung, bei einigen kann man aber auch komplexe(re) Aktionen ausführen lassen.

Von Haus aus bringt Launch Center Pro bereits sehr gute vorgefertigte Aktionen mit den regulären System-Apps mit, die ich zum Teil übernommen, weitgehend aber durch eigene Aktionen ersetzt habe:

  • „Helligkeit“ kann blitzschnell den Grad der Displaybeleuchtung verändern. Ich habe mir verschiedene Prozentzahlen einprogrammiert: Minimum, 10%, 25%, 50%, 75%, Maximum.
  • „FaceTime“ stellt mir eine Reihe von vorgefertigten Feldern mit den Namen meiner engsten Freunde bereit, die beim Auswählen einen FaceTime-Anruf bei der jeweils benannten Person initiieren.
  • „Bookmarks“ hält (neben einigen Standard-Vorgaben, die allerdings nicht meinem Gusto entsprachen) eine Reihe meiner am häufigsten aufgerufenen Browser-Lesezeichen parat. Bei der Auswahl eines Feldes öffnet sich Safari mit der jeweiligen Seite.
  • „Flashlight“ stellt den Bildschirm komplett weiß und auf maximale Helligkeit ein. Das benutze ich fast jeden Abend, wenn ich nach dem „Einschläfern“ vom Bett meiner Tochter aus durch den Urwald an Spielzeug auf dem Fußboden navigiere.
  • „Neue Email“ öffnet das Mail-Programm, erzeugt eine leere neue Mail und erwartet dann die Eingabe der Empfängeradresse. Es wäre hier auch möglich, eine weitergehende Aktion — wie beispielsweise das zuletzt aufgenommene Foto aus der Fotos-App zu übernehmen, an die Email anzuhängen und dann bei der Adresseingabe zu warten — zu programmieren.
  • „New Message“ (da fällt mir doch tatsächlich erst jetzt auf, dass ich diese Schaltfläche noch gar nicht umbenannt habe) gehörte zu den Vorgaben. Bei der Auswahl dieses Feldes wird iMessage (im Deutschen „Nachrichten“) geöffnet, eine neue Nachricht erzeugt, die App wartet dann wieder bei der Eingabe der Empfängeradresse.
  • „Email an…“ stellt mir eine Reihe von vorgefertigten Feldern mit den Namen der Personen zur Verfügung, die ich am häufigsten via Email kontaktiere. Bei der Auswahl eines Feldes wird eine leere Email erzeugt, die Empfängeradresse eingefügt. Die App wartet dann im Eingabefeld für den Betreff auf meine weitere Interaktion.
  • „Search Google“ öffnet ein Texteingabefeld, in welches man den (oder die) Suchbegriff(e) eingibt. Die vordefinierte Aktion öffnet Safari, lädt die Google-Seite und gibt den vorher eingetragenen Suchbegriff weiter. Praktisch, praktisch!
  • „iMessage an“ ist das Pendant zu „Email an…“, nur eben mit iMessage.
  • „New Event“ öffnet die App QuickCal Mobile und wartet dann auf die Eingabe eines neuen Kalender-Termins.
  • „Apps“ dient als Sprungbrett zu meinen meistgenutzten Apps (Tweetbot, Musik, Day One, iBooks, Fotos, Remote, Blogsy und noch ein paar mehr). Die hier hinterlegten App-Aufrufe und — vor allem — die programmierten Aktionen nutze ich am intensivsten.
  • „Neuer Tweet“ öffnet Tweetbot und erzeugt darin einen neuen Tweet. (Dieses Feld wird vermutlich bald durch eine andere Aktion ersetzt, denn ich nutze sie eigentlich viel zu wenig, als dass sie diesen Ehrenplatz verdient hätte.)

Mein Fazit liegt ja schon auf der Hand: Für wenig Geld (ich habe Launch Center Pro für 1,59 € zum Einführungspreis gekauft, der reguläre Preis liegt bei 4,49 € und ist damit völlig gerechtfertigt) erhält man eine grundsolide und im Alltag immens hilfreiche App, die permanent weiterentwickelt wird (immer wieder werden neue Apps zur Liste der URL-scheme-fähigen Anwendungen hinzugefügt), der Entwickler ist über Twitter sehr gut zu erreichen (@drbarnard) und neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen. Launch Center Pro wird von mir so häufig eingesetzt, dass ich der App einen festen Platz im iPad-Dock zugewiesen habe (eine große Ehre!) – das sollte alles sagen…

 

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Apps! 2 – Ulysses 3 & Daedalus Touch

Ulysses III & Daedalus Touch

Als ich 2005 meinen ersten Mac kaufte, war ich gefühlt der einzige in meinem näheren Umfeld, der mit einem Apple-Rechner arbeitete. Kurze Zeit darauf entdeckte ich an meiner damaligen Arbeitsstätte einen Schüler, der einen G5-iMac hatte. Wir kamen recht häufig ins Gespräch, da er in dieser Hinsicht wesentlich erfahrener – und auch ein ziemlicher Mac-Enthusiast – war (und vermutlich bis heute ist). Irgendwann fragte ich ihn, zu welchem Programm das gelbe U im Dock gehöre. Da lernte ich zum ersten Mal Ulysses (bei Twitter unter @ulyssesapp zu finden) kennen. Binnen weniger Stunden hatte ich das Programm direkt bei den Programmierern mittels EDU-Rabatt gekauft (damals gab es noch keinen MacAppStore). Es ist nicht mehr von meinen Rechnern verschwunden.

Ulysses hat einen faszinierenden Ansatz, der dem von Microsoft Office, Pages, OpenOffice oder LibreOffice diametral entgegensteht: Es soll nur um den Inhalt gehen. Die Formatierung, das Layout und der ganze Schnickschnack kommen erst später.

An dieser Stelle sei mir ein kleiner Exkurs erlaubt: Vor fünf oder sechs Jahren sah ich einmal einem Mädchen aus der gymnasialen Mittelstufe (ca. 8./9. Klasse) zu, das eine PowerPoint-Präsentation über ein asiatisches Land für den Geographie-Unterricht erstellen sollte. Statt sich erst ein Stück in den Inhalt einzulesen, um ein Bild vom Thema zu erhalten, begann sie gleich mit der Präsentation. Satte 20 Minuten hinweg suchte sie im Netz nach einem Bild für die Startfolie, die am Ende dann vermutlich gerade einmal für wenige Sekunden zu sehen sein würde. Weitere zehn Minuten gingen für die Formatierung dieser unwichtigen Startfolie drauf. Ich erinnerte sie mehrfach daran, doch endlich mal am Inhalt zu arbeiten. Völlig zwecklos. Nach 35 Minuten schaltete ich ihr den Computer ab und schickte sie in die Bibliothek, um anhand eines gedruckten Lexikons endlich einmal „handfestes“ Wissen über das Land zu erlangen, bevor sie weiter ihre Zeit verschwendete…

Dieser Exkurs zeigt, wie es vielen Leuten geht: Statt sich wirklich intensiv mit dem Inhalt, also der Hauptsache, auseinanderzusetzen, wird zu viel Zeit schon zu früh auf den optischen Schnickschnack verschwendet. Ständig wird umformatiert: ein Bildchen eingefügt, von links nach rechts (oder doch in die Mitte?) verschoben, eine neue Schriftart oder -größe ausprobiert und so weiter. Die wichtigere, anstrengendere, am Ende aber lohnendere Arbeit am Inhalt wird immer weiter ausgeklammert und so lange vor sich hergeschoben, bis am Ende (schon allein aus Zeitgründen) ein „perfekt gestyltes“, inhaltlich aber mangelhaftes Dokument herauskommt.

Ulysses eröffnet hier eine gänzlich andere Perspektive: der Schreiber arbeitet mit sog. Plain Text. Formatierungsmöglichkeiten? Eine Leiste mit den üblichen Symbolen für Fett- und Kursivdruck oder Unterstreichungen etc.? Fehlanzeige! (Ganz stimmt das nicht, aber ich möchte jetzt nicht alle technischen Details herunterleiern, die kann man auf der Homepage ulyssesapp.com unter „Feature Rundown“ in vollen Zügen genießen.) Da ist der Bildschirm. Nur der Bildschirm. Und er will gefüttert werden. Mit Text. Und da man nicht dran herumspielen kann (ja, einige Nerds werden davon sicher gleich wieder abgeschreckt… oder aber angezogen, hmmmm…), ist man mehr oder weniger gezwungen, sich dem Inhalt zu stellen. Und das ist ein herrliches Gefühl. Man kann regelrecht in dieser Arbeit versinken, die Produktivität schnellt nach oben. Das ist wirklich konzentriertes, effektives und am Ende außerordentlich befriedigendes Arbeiten.

Vor ein paar Wochen kam nun von Ulysses die Version 3 im MacAppStore heraus. Sofort als ich davon erfahren hatte, ging ich an den Rechner, kaufte und lud die neue Software. Und binnen weniger Tage hatte ich drei Klassenarbeiten, zwei neue Arbeitsblätter, fünf fertige Blog-Einträge (und noch mindestens zehn Entwürfe für neue) geschrieben (auch dieser ist auf diese Weise entstanden). Es gibt mittlerweile viele andere Programme, die das Prinzip des „einfach Schreibens“ zum Motto erkoren haben: iA Writer, Compostitions, Byword, Ommwriter (ich habe von fast allen sowohl die Mac OS X- als auch die iOS-Variante). Ulysses 3 hat meiner Meinung nach aber den eindeutig größten Sex-Appeal aller Apps dieser Sparte. Die aufgeräumte Oberfläche, die Möglichkeit, die Markdown-Leiste rechts einzublenden, die Trennung in Stapel und Blätter… Vom Feinsten!

Wie steht es nun mit einem iOS-Pendant? In der Überschrift habe ich ja noch einen Begriff untergebracht: Daedalus Touch (bei Twitter unter @daedalusapp zu finden) ist so etwas wie die iOS-Variante von Ulysses 3. Die Formulierung „so etwas“ ist beabsichtigt, denn die Funktionen sind nicht 1:1 gleich (die technischen Spezifikationen findet man wiederum auf der Homepage daedalusapp.com unter „TechSpecs“). Dennoch tauschen die beiden Apps über iCloud ohne weiteres Bemühen des Benutzers ihre Daten aus, was ich für sehr bequem halte. Das UI von Daedalus Touch arbeitet mit der Darstellung eines Papierstapels, was mir persönlich durchaus gefällt. Allerdings schreibe ich eher auf einer Seite einen langen Text, anstatt ihn auf viele einzelne Seiten zu verteilen. Gelegentlich habe ich die Möglichkeit, mit mehreren Seiten zu arbeiten, aber auch schon intensiv genutzt. Vor allem, wenn die einzelnen Textbausteine dann am Ende in eine andere Reihenfolge gebracht werden mussten, war das sehr hilfreich, denn die Blätter lassen sich natürlich einfach durchtauschen. Ansonsten gibt es auch hier glücklicherweise nur wenige Einstellungsmöglichkeiten. Die Arbeit am Text steht im Vordergrund.

Mittlerweile hat sich bei mir ein schöner Arbeitsablauf ergeben: Ich schreibe abwechselnd in Ulysses oder Daedalus an meinen Texten. Wenn sie dann endlich fertig sind, greife ich auf dem iPad darauf zu, markiere den kompletten fertigen Text (in Markdown), übergebe ihn mittels Launch Center Pro an Blogsy, füge noch das Titelbild ein, drücke „Veröffentlichen“. Fertig. Das nenne ich Produktivität.

 

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Mit oder ohne Wirkstoff?

Weleda Zahngel - Ohne Zusatz von Fluoriden

Bis vor ca. einem Jahr wohnten wir noch in Schwäbisch Gmünd. Dort gibt es eine Weleda-Apotheke. Einmal waren alle unsere Kinder krank, der Zustand war nicht bedenklich, aber für alle Beteiligten unangenehm. Wir wollten einfach das Fieber senken, also ging ich zur Weleda-Apotheke, da sie auf dem Weg lag. Interessant, nein aufschlussreich, war das Gespräch mit der Dame an der Theke.

Ich: „Hallo, ich hätte gerne etwas, um das Fieber meiner Tochter zu senken, sie ist drei Jahre alt.“

Sie: „Mit oder ohne Wirkstoff?“

Ich (innerlich): „Hääääääähhh???“

Ich (äußerlich und einen kleinen Moment später): „Natürlich schon mit Wirkstoff!“

Sie: „Ok, also nichts von Weleda…“

Aufschlussreich. Sehr aufschlussreich. Aber offensichtlich hat sich in den letzten Jahren ein ganz spezieller Markt — und kein kleiner — entwickelt. Die Kunden teilen alle eine Abneigung gegen die Schulmedizin, sie vertrauen lieber der natürlichen bzw. „sanften“ Methode. Dafür sind sie bereit, Unsummen zu investieren (vermutlich wächst der Markt daher auch so kräftig).

Nun möchte ich nicht falsch verstanden werden: Jeder darf mit sich und seiner eigenen Gesundheit umgehen, wie er oder sie es für richtig hält. Aber wenn man sich schon so schlecht fühlt, dass es einen in die Apotheke treibt — zumindest geht es mir so, dass ich nur bei wirklich akutem Bedarf in ein solches Etablissement gehe —, dann möchte ich auch etwas bekommen, das schnell und sicher hilft. Dazu gehört für mich auch der Wirkstoff in einem Medikament. Sonst könnte ich gleich kleine Zuckerkügelchen zu mir nehmen…

Von Zeit zu Zeit erinnere ich mich an diese Episode. Heute war auch so ein Tag, sonst hätte ich keinen Blog-Eintrag geschrieben. Dabei ist mir gleich noch etwas eingefallen: Morgens läuft bei uns gelegentlich SWR3, überwiegend der Nachrichten wegen, die zu jeder vollen und halben Stunde gesendet werden. Dazwischen gibt es neben der obligatorischen Mainstream-Musik auch viel Smalltalk und belangloses Zeug.

Einmal wurde aber von einer Studie über Zahnpasta berichtet. Die Unterschiede zwischen den Zahnpasta-Sorten waren demzufolge nicht allzu groß — mit einer Ausnahme: Ohne Fluorid sind alle Zahnpasten nur bedingt hilfreich, weil Fluorid ein bewährtes Mittel gegen Karies ist. Spontan ging ich an unseren Badezimmerschrank, weil ich wusste, dass wir neben der Elmex für Kinder auch noch das Weleda Zahngel vorrätig haben. Und was fand ich da auf der Rückseite? — „Ohne Zusatz von Fluoriden“, kurzum also: „Ohne Wirkstoff!“ Weleda eben…

 

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Life-Work-Balance

„Racing the clock to please everyone, all but the one who matters the most…“ („The Mirror“ aus dem Album „Awake“ von Dream Theater, 1994)

Life-Work-Balance… Schon wieder so ein englischer Begriff, der sich wunderbar im Beratersprech unterbringen ließe. Aber trotz allem ein nicht ganz unwichtiger Punkt in meinem Leben: Ich liebe meine Arbeit. Ich liebe meine Frau und meine Kinder. Ich liebe es, Musik zu machen, zu schreiben, zu arrangieren, zu lesen, zu hören — o ja, vor allem zu hören. Ich liebe mein iPad, ich lese darauf Bücher, ich lese gerne in meiner Twitter-TL, ich bereite Stunden vor, ich trainiere, achte auf meine Kalorienzufuhr, schreibe Emails, sende Bilder an meine verschiedenen Fotostreams… Ach! Könnte der Tag doch 40 oder 50 Stunden haben!

In der kommenden Woche möchte ich ein kleines Experiment starten: An jedem Tag habe ich eine ganz klar aus dem Stundenplan Anzahl „freier“ Stunden, in denen ich nicht vor Schülern stehe oder auf dem Weg zur Schule oder von ihr nach Hause bin. In meinen Hohlstunden, also den Löchern im Stundenplan, bereite ich nach Möglichkeit den jeweils folgenden Tag (oder noch mehr) vor. Die nach dem Unterrichten verbleibende Zeit des Tages möchte ich dann eigentlich nur noch für meine Familie und mich verwenden.

Ich arbeite so viel, auch gerne, auch immer und immer wieder. Es geht mir nicht darum, mich hier in die faule Hängematte zu legen. ganz im Gegenteil! Aber in den vergangenen Jahren habe ich meine eigenen Bedürfnisse (das schließt auch die meiner Familie mit ein) zu oft der Schule wegen zurückgestellt. Ich habe so oft Stunden, die eigentlich für Schlaf oder Muse gedacht waren, der Arbeit geopfert. In den kommenden Wochen möchte ich nun ausprobieren, ob ich es schaffe, zumindest die Wochenenden komplett freizuhalten. Da ich am Montag sieben Unterrichtsstunden habe, wird das sicher nicht ganz einfach! Sollte es mir dennoch gelingen, werde ich Stück für Stück die weiteren Wochentage erobern. Nicht alles wird funktionieren, aber auch wenn mir der Stundenplan und diverse nicht vorhersehbare Ereignisse immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen werden: Das Ziel steht fest.

In ein paar Wochen schreibe ich wieder — vielleicht kann ich ja schon von einem Erfolg berichten.

 

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Die Einsamkeit des Langstreckenläufers

Und die Straße geht weiter und weiter...

Ich liebe es, längere Strecken am Stück in Ruhe zu laufen. Gestern habe ich mir diesen Luxus wieder einmal gegönnt. Die letzten paar Monate war es hier durchgängig sehr kalt, das hat mich massiv gehemmt, zum Laufen hinauszugehen, denn ich mag das Gefühl nicht, beim Loslaufen zu frieren. Nun, da die Temperaturen wieder gestiegen sind und der Schnee geschmolzen ist, kann es wieder losgehen.

Vor einem Jahr habe ich ein sehr spannendes Buch gelesen: Born to run. Das hat mich nach ca. einem Jahr Pause wieder animiert, einfach die Laufschuhe anzuziehen und ein paar Kilometer hinter mich zu bringen. Zuerst rannte ich wie früher, also mit viel Kraft. Binnen kurzer Zeit war ich durchgeschwitzt und alsbald auch ermüdet.

Dann entdeckte ich noch ein Buch, das tatsächlich viel in mir verändert hat: Chi Running. Darin wurde ein gänzlich anderes Konzept des Langstreckenlaufs vorgestellt, eben Chi Running. Ich möchte das Konzept hier aus Zeitgründen nicht näher beschreiben. Wer sich dafür interessiert, wird fündig bei der offiziellen Chi Running-Seite oder einem deutschen Ableger: LeichtLaufen.

Auf jeden Fall genieße ich jetzt immer mehr die mühelosen Langstreckenläufe, in denen sich der Geist entspannt und das Unterbewusstsein entfalten kann. Allein schon aus psychologischer Sicht komme ich sehr erholt von diesen Läufen zurück. Physiologisch üblicherweise auch, im Moment ist der akute Mangel an Kondition (s.o.) noch etwas hinderlich. Aber in zwei oder drei Wochen laufe ich wieder wie eine kleine Maschine.

Vor vielen Jahren, entweder in der 9. oder 10. Klasse meiner eigenen Schulzeit, habe ich das Buch Die Einsamkeit des Langstreckenläufers von Alan Sillitoe gelesen. Er bezieht die Einsamkeit vor allem darauf, dass der Protagonist seiner Geschichte allein in seinem Widerstand gegen den Gefängnisleiter ist. Ich jedoch genieße an der Vorstellung tatsächlich die mentale Ruhe, die mir das Laufen verschafft: Niemand will etwas von mir, ich bin niemandem Rechenschaft schuldig, keiner steht mit der Uhr in der Hand an einer Ziellinie – da bin nur ich, da ist der Weg, fertig.

 

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Hätte, hätte, Fahrradkette

Peer Steinbrück im Morgenmagazin

Bei der Tagesschau gab es gestern einen unfreiwillig komischen Artikel, der die Perversion unseres modernen Medienzirkus verdeutlichte. Obwohl ich kein Fan der SPD bin, so muss ich doch sagen, dass mir Peer Steinbrück in einer Hinsicht immer mehr gefällt, weil er den Mumm hat, einfach auch mal kantig zu sein, nicht ständig gute Laune zu jeder noch so dämlichen Frage in den gefühlt unzähligen Interviews zu mimen, auch wenn sich in ihm innerlich alles dagegen sträubt.

So auch im Interview heute früh im Morgenmagazin: Der Moderator (Sven Lorig) fragt, ob man nicht hätte merken müssen, dass der Wahlkampfslogan der SPD („Das WIR entscheidet.“) bereits von einer Leiharbeitsfirma verwendet wird. Das sei ja nun „doppelt peinlich“. Man sieht Steinbrück einen Moment zögern, dann kommt die klassische Antwort: „Ja, wissen Sie, Herr Lorig… Hätte, hätte, hätte, Fahrradkette. Natürlich hätte das technische Wahlkampfmanagement der SPD das machen sollen. Aber nu is auch gut.“ Schon im kurzen Zögern sah man, dass Steinbrück keine Lust darauf hatte, auf eine demütigende Frage mit einer unverdient netten Worthülse zu antworten.

Ich verstehe die niedrigen Umfragewerte des SPD-Kanzlerkandidaten schon, denn diese etwas bärbeißige, manchmal geradezu dünnhäutige Art kommt heutzutage in den Medien nicht mehr gut an. Es ist auch — zumindest gefühlt — erkennbar, dass selektiv ausgewählte Sprüche von Politikern gezielt zur Steuerung der öffentlichen Meinung hoch- oder heruntergespielt werden. Man denke nur an die extrem flapsige Antwort der Bundeskanzlerin vor dem Atommüll-Endlager-Untersuchungsausschuss, als sie gefragt wurde, warum sie trotz konkreter Hinweise auf die Nichteignung von Gorleben keine neue Standortsuche für ein Endlager initiiert habe. Hätte Peer Steinbrück diese Antwort gegeben — „Weil ich damals noch nicht so perfekt war wie heute.“ —, er wäre in den Medien verbal gesteinigt worden. An der Kanzlerin wollte man anscheinend nicht rütteln, also verschwand diese schlicht inakzeptable Antwort medial unglaublich schnell in der Versenkung.

Deshalb erscheint mir Peer Steinbrück als vergleichsweise sympathisch: Er spricht, wie ihm der Mund gewachsen ist, nicht jedes Wort wird noch einmal auf die Goldwaage gelegt. Medial stellt das einen Selbstmord auf Raten dar, es zeigt aber wenigstens, was der Mann persönlich denkt und fühlt.

Bei Angela Merkel, ist es nicht so. Sie wird in den Medien immer noch als „kühle Machtpolitikerin“ hofiert, obwohl sie allein in dieser Legislaturperiode schon in vielen zentralen Bereichen ihr Fähnchen in den Wind gedreht und somit eine thematische 180 Grad-Wende vollführt hat: Ausstieg aus dem zuvor selbst herbeigeführten Ausstieg aus dem Atomausstieg (wenn es nicht so erbärmlich gelaufen wäre, könnte man darüber lachen), Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns in Deutschland und so weiter und so fort.

Fazit: Wählen werde ich keinen von beiden, müsste ich mich aber nur für einen der beiden entscheiden, stünde Steinbrück bei mir vorne. Zum Glück stehen ja noch mehr zur Wahl…

 

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Der verzweifelte Versuch, Scheiße zu quirlen

Aktienkurs AAPL von heute

Ich habe ja in früheren Blog-Einträgen schon sehr deutlich zu erkennen gegeben, dass ich eine gewisse Affinität zu Produkten von Apple habe. Dementsprechend lese ich gerne auch Neuigkeiten über die Firma und die Produkte. Auf Twitter folge ich diversen Apple-zentrierten Blogs, Personen oder Seiten. Zu meinen Lieblingen gehört dabei die — vollkommen voreingenommene und daher sehr amüsante — Seite MacDailyNews.

Mit großer Genugtuung hat es sich diese Seite zur Aufgabe gemacht, die teils hirnrissigen Erwartungen und Prophezeiungen diverser Börsenanalysten darzustellen und dann — nach Ablauf der prognostizierten Zeitspanne (das wird immer mit iCal'ed angekündigt) — auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen. Mit dem extrem spitz formulierten MDN Take, also dem Kommentar, wird die Grenze des guten Geschmacks nicht selten, dafür aber auf amüsante Weise überschritten.

Was mir daran jedoch am meisten aufgefallen ist: Viele hauptberufliche Analysten haben anscheinend nicht viel richtige Arbeit zu erledigen. Sie müssen, um ihr tägliches Brot verdienen zu können, einfach irgend etwas publizieren. Und so werden aus Vermutungen, Erwartungen und vielen (selbstverständlich überwiegend frei erfundenen) Gerüchten angeblich harte News und — man möchte es kaum glauben — tatsächliche Angaben über einen in Bälde (manchmal sogar in ziemlich weiter Ferne) zu erwartenden Börsenwert des beobachteten Unternehmens gemacht.

Das bedeutet, diese Menschen verdienen ihr Geld damit, eine Erwartung zu äußern. Und was sie so äußern, das gleicht meiner Meinung nach eher dem völlig verzweifelten Versuch, Scheiße zu quirlen, als einer seriösen Beurteilung einer Firma, ihrer Produkte oder gar ihrer tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben, die vermutlich eher über den Börsenwert entscheiden sollten.

Ein wunderbares Beispiel: Apples Aktienkurs hat in den vergangenen Monaten bis zu 40 Prozent nachgegeben. Die Gründe hierfür sind sehr einfach und dennoch erschreckend: Der vorherige enorme Anstieg ging zumindest teilweise auf völlig überzogene Erwartungen der eben geschilderten Analysten-Typen zurück. Sie versprachen sich (und ihren Kunden) vermutlich eine Rendite von drölfzigtausend Prozent, was dann natürlich nicht eingehalten werden konnte. Zack! Schon enttäuschte Apple — trotz wiederholter Rekordumsätze — die Börse, der Kurs stürzte ab (das konnte man z.B. auch bei der Tagesschau nachlesen).

Man sollte meinen, die Anleger hätten aus den vergangenen Finanzkrisen gelernt. Aber das wäre natürlich zu viel verlangt. Kaum schreit jemand: „Gequirlte Kacke mit garantiert drölfzigtausend Prozent Rendite! Hier! Hier!“, schon springt die Gier an, der Verstand wird weitgehend abgeschaltet — und das allseits bekannte Spiel (Stichwort: Börsenblase) beginnt von vorne.

Fazit: Vielleicht hätte ich auch Analyst werden sollen. Dann bräuchte ich mir nur ein paar Märchen ausdenken, sie in feinstem Börsendenglisch an den Mann zu bringen und hätte mir schon eine „goldene Nase“ verdient. Aber irgendwie sehe ich mir morgens zu gerne ins Angesicht, wenn ich beim Rasieren in den Spiegel blicke…

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Alter geht (anscheinend nicht mehr) vor

LEGO-Giraffe

Gestern war ich mit meiner Familie im Legoland Günzburg. Es war gefühlt sehr kalt (sehr windige 10 Grad, immerhin schien die Sonne), aber alles in allem schön, denn unsere Kinder kamen voll auf ihre Kosten.

Bei einer Achterbahn, dem Feuerdrachen, erlebte ich eine etwas skurrile Szene: Um mit dem Feuerdrachen fahren zu können, musste man ca. 10-12 Minuten anstehen. Klingt nicht nach viel, bei geschätzt dreißig bis vierzig teils quengelnden und vor allem drängelnden Kindern im großen Warteraum fühlte sich die Zeit aber doch recht lange an. Entsprechend groß war das Gedränge vor den Einstiegsbuchten. Als wir endlich an die Reihe kamen, standen in der Reihe vor uns nur noch eine ältere Frau (Generation 60+) und ein ca. 12-14 Jahre alter Junge.

Ganz offensichtlich hatten sie nichts miteinander zu tun, hätten aber — vor allem angesichts des Gedränges und der kilometerlangen Warteschlange — einfach zusammen in einem der Doppelsitze fahren können. Doch das schien dem Jungen gar nicht in den Kram zu passen: Als sich die Schleuse öffnete, stürmte er vor zum Wagen, setzte sich hinein und zog sofort den Arretierungsbügel herunter, der natürlich auch gleich einschnappte und somit nicht ohne weiteren Aufwand zu lösen war. Die ältere Dame war ebenfalls vorgetreten und sichtlich irritiert von diesem respektlosen Verhalten.

Soweit zur skurrilen Situation. Schön war, dass nun einer der beiden Ordner hinzutrat, kurzerhand unter dem Wagen die Arretierung löste und gleich den Bügel wieder hochklappte. Der gesamte Vorgang dauerte knapp fünf, auf keinen Fall mehr als zehn Sekunden. Wahnsinn, waren die auf Zack! Angesichts der langen Warteschlange — vermutlich war das ja noch gar nichts im Vergleich zur Hauptsaison zwischen Juni und August, aber dennoch… — kannten die da keine Gnade für solch freche Extrawürste.

Hätte die Frau vorher auch signalisiert, dass sie lieber allein oder zumindest mit jemand anderem fahren würde, hätte ich am Verhalten des Jungen keinen Anstoß genommen, so aber fand ich das schnörkellose und entschlossene Verhalten der Ordner sehr passend. Hut ab!

 

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Apps! 1 — Blogsy

Blogsy Screenshot

Heute starte ich eine neue Kategorie: Apps! Darin stelle ich jeweils eine mir besonders positiv aufgefallene App für iOS oder Mac OS X vor. Es werden immer nur Apps sein, von denen ich wirklich begeistert bin, die herausragende Eigenschaften besitzen und — vor alle. — die meinen Alltag bereichern (oder bereits verändert haben). Wer also auf ein fröhliches App-Bashing hofft, ist hier schlicht und einfach an der falschen Adresse.

Die erste App — Blogsy (Link) — habe ich vor allem deshalb ausgewählt, weil es ohne sie diesen Blog vermutlich gar nicht gäbe. So einfach ist das.

Blogsy gibt es schon seit einer Weile, veröffentlicht wurde sie im März 2011 (selbst die Entwickler waren sich nicht mehr ganz sicher, als ich via Twitter bei ihnen nachfragte). Aufmerksam auf Blogsy wurde ich im April 2011 über diesen Artikel bei MacStories. Heute, ca. zwei Jahre später, kann man also getrost von einer ausgereiften App sprechen. Wobei das gleichzeitig implizieren könnte, dass die ersten Versionen noch nicht gut waren. Doch weit gefehlt, denn das Arbeiten mit Blogsy war schon immer sehr zielstrebig, geradlinig und angenehm in der intuitiven Bedienung. Die Entwickler hatten sich wirklich bemüht, alle häufig anfallenden Vorgänge (wie z.B. das Einfügen von Bildern in einen Blogeintrag) möglichst bequem zu gestalten und die Schaltflächen für diese Funktionen innerhalb des iPad-Fensters möglichst optimal zu positionieren. Wäre das alles nicht so gut gelungen bzw. wäre es in der Summe nicht so einfach und bequem, würden vermutlich einige Leute weniger bloggen. Mich definitiv eingeschlossen.

Trotz des von Anfang an guten Rufes und vieler Lobeshymnen (so z.B. Auch dieser in der Summe positive Überblick von Federico Vitticci, dem Gründer der MacStories) ruhen sich die Entwickler nie auf ihren Lorbeeren aus: Kaum eine App wird so zielstrebig und stetig weiterentwickelt wie Blogsy. Ein kurzer Blick in den Blog offenbart die vielen einzelnen Versionsschritte. Noch ein weiterer Bonuspunkt: Über den gerade schon erwähnten Blog werden alle Entwicklungen sehr transparent dokumentiert. Als Nutzer kann man jederzeit nachlesen, welche Funktionen in welcher Version neu hinzugekommen sind, welche Bugs wann ausgemerzt wurden — außerdem können auf diese Weise auch gleich die Wünsche und Kommentare der Nutzer einfließen. Sehr schön!

Doch da hört es noch immer nicht auf: Zu jeder neuen Version geben die Entwickler Demo-Videos heraus, die die Bedienung detailliert erklären (vor allem natürlich die Änderungen). Das ist ein absolut fantastischer Service, der so manch anderen Hersteller zum Teil wesentlich komplexerer und kostspieliger Apps im Vergleich schnell verblassen lässt.

Qualität hat ihren Preis, das ist allgemein bekannt. Hier aber ist der Preis mit 4,49 € (Stand: 6. April 2013) sehr moderat für die Fülle an Funktionen, die Qualität der Umsetzung und die ständigen Verbesserungen. Wer sich also für eine gute Blogging-App auf dem iPad interessiert, darf meiner mehr als anderthalbjährigen Erfahrung mit Blogsy nach bedenkenlos zugreifen.

 

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